Trump nominiert Kevin Warsh als nächsten US-Zentralbankchef
Kevin Warsh soll den Vorsitz der US-Zentralbank übernehmen: Präsident Donald Trump schlug den ehemaligen Zentralbankgouverneur am Freitag für die Nachfolge von Jerome Powell als Chef der Federal Reserve (Fed) vor. Warsh galt einst als Falke – also als Verfechter hoher Zinsen, um die Preise stabil zu halten – unterstützte zuletzt aber Trumps Ruf nach niedrigeren Zinsen. Powells Amtszeit endet regulär am 15.
Mai.”Ich kenne Kevin schon seit langer Zeit und habe keinen Zweifel daran, dass er als einer der großen Fed-Präsidenten, vielleicht sogar als der beste, in die Geschichte eingehen wird”, schrieb Trump in seinem Kurznachrichtendienst Truth Social. “Vor allem hat er das Zeug zum Star und wird Sie niemals im Stich lassen.”Trump hatte in seiner ersten Amtszeit auch den derzeitigen Fed-Chef ernannt.
Powell war jedoch wegen in Trumps Augen fehlender Loyalität rasch in Ungnade gefallen. In den vergangenen Monaten beleidigte Trump Powell wiederholt, weil die Fed die Leitzinsen nicht wie von ihm gewünscht drastisch senkte. Auch läuft ein Ermittlungsverfahren gegen den Fed-Chef wegen angeblich zu hoher Ausgaben für ein neues Zentralbankgebäude. Mit dem Ende von Powells Mandat Mitte Mai fürchten Beobachter um die Unabhängigkeit der Zentralbank.
An der Wall Street zeigten sich infolge der Nominierung von Warsh im vorbörslichen Handel aber zunächst keine spürbaren Ausschläge. Samuel Tombs, Analyst bei Pantheon Macroeconomics, warnte vor voreiligen Schlüssen mit Blick auf Warsh. “Es ist anzunehmen, dass er dem Präsidenten gegenüber seine Zustimmung zu einer Zinssenkung zum jetzigen Zeitpunkt signalisiert hat, da er sonst nicht nominiert worden wäre”, erklärte er.
Er halte es durchaus für möglich, dass Warsh im Amt durchaus wieder als Falke auftreten könnte. Als “Falken” werden Befürworter einer restriktiven Geldpolitik mit eher höheren Zinsen genannt. Warsh war 2011 von seinem Posten im Gouverneursrat der Fed zurückgetreten, weil er die damalige Geldpolitik als zu locker empfand. Von seinen damaligen geldpolitischen Überzeugungen hat sich er inzwischen aber distanziert.
In den vergangenen Monaten tat sich der 55-Jährige zunehmend als Kritiker der Zinspolitik der Fed unter Powell hervor und übernahm viele politische Positionen der Trump-Regierung. Unter anderem sprach er sich offen für Zinssenkungen aus, während die Fed noch die Folgen von Trumps Zollpolitik auf die Verbraucherpreise abwarten wollte. Warshs Nominierung muss noch vom US-Senat bestätigt werden.
Fri, 30 Jan 2026 14:22:16 GMT
