Fußball-WM: Kalifornien prüft mögliche Verstöße beim Ticket-Verkauf

Fast einen Monat vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft hat der US-Bundesstaat Kalifornien vom Weltfußballverband Fifa Klarstellungen wegen möglicher Verstöße im Zusammenhang mit dem Ticketverkauf verlangt. Das teilte Generalstaatsanwalt Rob Bonta am Mittwoch mit. Einem Medienbericht zufolge sollen Fußballfans Tickets der teuersten Kategorie 1 gekauft haben, bevor sie dann Plätze erhielten, die zuvor in einer günstigeren Kategorie ausgewiesen worden waren.”Kalifornierinnen und Kalifornier sollten sich darauf verlassen können, dass die gekauften Plätze den Angaben entsprechen”, erklärte Bonta. Die Fan-Organisation Football Supporters Europe (FSE) hatte die Ticketpreise bei der diesjährigen Weltmeisterschaft als “Wucher” kritisiert.

Für das Finale in New York verlangt die Fifa im Schnitt mehr als 10.000 Dollar (gut 8.500 Euro) für einen Platz. US-Präsident Donald Trump hatte kürzlich in einem Interview gesagt, er würde keine 1000 Dollar oder mehr für ein WM-Spiel der eigenen Mannschaft zahlen. “Ich wäre natürlich gern dabei, aber ich würde das auch nicht bezahlen, um ehrlich zu sein”, sagte er der “New York Post”.

Er äußerte sich zudem besorgt, dass viele seiner wenig begüterten Wähler sich die WM nicht leisten könnten. Trump will die Weltmeisterschaft als internationale Bühne für die Feiern zum 250. Jubiläum der Unabhängigkeitserklärung am 4. Juli nutzen. Mit 78 Partien findet der Großteil der Spiele in den USA statt, davon alle Begegnungen ab den Viertelfinals. Trump erhofft sich von dem Spektakel zudem Auftrieb für seine Republikaner bei den wichtigen Zwischenwahlen für den US-Kongress im November.

Die Fifa hatte die Nachfrage nach Tickets als “beispiellos” bezeichnet. Mehr als fünf Millionen Karten seien bereits verkauft, sagte eine Sprecherin vor wenigen Tagen. Die teils horrenden Eintrittspreisen rechtfertigte der Fußballverband mit der Marktsituation. Ein Viertel der Tickets für Spiele der Gruppenphase kosteten zudem weniger als 300 Dollar, argumentierte die Fifa. Die Fußball-WM findet vom 11.

Juni bis zum 19. Juli in den USA, Mexiko und Kanada statt. Das Turnier steht auch wegen der strengen US-Visaregeln in der Kritik. Die Trump-Regierung zeigte sich nun aber bereit, sie für einige Länder zu lockern. Für Fußball-Fans aus 50 Schwellenländer verlangen die USA für ein Visum eine Kaution zwischen 5000 Dollar (knapp 4300 Euro) und 15.000 Dollar (knapp 13.000 Euro). Die Summe wird zurückerstattet, wenn die Reisenden in ihre Heimatländer zurückgekehrt sind.

Die Kaution soll nun in bestimmten Fällen erlassen werden – etwa für Mannschaftsmitglieder, die an WM-Spielen teilnehmen, aber auch für Fans aus den teilnehmenden Ländern, die bereits Tickets besitzen und sich für ein Prioritätssystem für Visa registriert haben.

Wed, 13 May 2026 22:16:11 GMT