Vapen bei Jugendlichen auf dem Vormarsch – Drogenbeauftragter sieht “Warnsignal”
Immer mehr Jugendliche rauchen und vapen. Dies zeigen Daten der Drogenaffinitätsstudie 2025 des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), die am Dienstag veröffentlicht wurden. Der Bundesdrogenbeauftragte Hendrik Streeck (CDU) sprach von einem “klaren Warnsignal” und fordert schärfere Regeln. Insgesamt blieb der Anteil der Raucherinnen und Raucher in Deutschland hingegen weitgehend unverändert.2025 rauchte der Studie zufolge fast jeder Zehnte der Zwölf- bis 17-Jährigen (9,6 Prozent). 2021 waren es nur 6,1 Prozent gewesen. “Damit zeigt sich bei Jugendlichen eine gegenläufige Entwicklung zum langfristigen Rückgang des Rauchens bei jungen Erwachsenen”, hieß es. Besonders auffällig sei: “Vor allem Mädchen rauchen deutlich mehr als noch vor fünf Jahren.” In der Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen sank der Anteil Rauchender der Studie zufolge hingegen von 29,8 Prozent im Jahr 2021 auf 26,3 Prozent im Jahr 2025.
Weiter auf dem Vormarsch ist laut BIÖG bei jungen Menschen das Vapen: der Konsum von Mehrweg-E-Zigaretten nehme dabei deutlich zu. So sei der Anteil der Konsumierenden seit 2021 bei männlichen Jugendlichen von 2,9 auf 6,7 Prozent gestiegen und bei weiblichen Jugendlichen von 1,8 auf 7,8 Prozent. Auch bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 25 Jahren erhöhte sich demnach der Vape-Konsum. Bei jungen Männern nahm der Anteil der Konsumenten von 6,9 Prozent auf 13,3 Prozent zu, bei jungen Frauen von 4,7 auf 11,9 Prozent.
Neun von zehn Konsumenten nutzten den Angaben zufolge in den Mehrweg-E-Zigaretten nikotinhaltige Liquids, die oft mit süßen Aromen und jugendaffinem Design vermarktet werden. Auch Nikotinbeutel haben der Studie zufolge an Bedeutung gewonnen, obwohl der Verkauf in Deutschland untersagt ist. 2025 gaben 5,5 Prozent der Jugendlichen und 18,9 Prozent der jungen Erwachsenen an, diese Produkte bereits ausprobiert zu haben. 2023 waren es noch 4,1 Prozent der Jugendlichen und 14,8 Prozent der jungen Erwachsenen.
Zurückgegangen ist hingegen der Konsum von Wasserpfeifen und von Einweg-E-Zigaretten.”E-Zigaretten und Nikotinbeutel sind nicht harmlos”, betonte der Drogenbeauftragte Streeck. “Nikotin macht abhängig, belastet Herz und Kreislauf und kann junge Menschen früh an dauerhaften Konsum binden.””Wenn Nikotin nach Cola, Kiwi, Kaugummi oder Menthol schmeckt und in bunten Verpackungen daherkommt, dann ist das keine zufällige Produktgestaltung”, erklärte Streeck. “Das senkt die Hemmschwelle und macht Nikotin für junge Menschen attraktiv.” Zum Teil seien diese Zusatzstoffe “gesundheitsschädlich oder krebserregend und gehören nicht in die Lungen”. Streeck forderte “klare Regeln für Inhaltsstoffe, Aromen, Werbung und Verpackung”.
Gesundheitsschädliche und jugendaffine Aromen müssten verboten werden. Er begrüßte zudem die von der Bundesregierung geplante Erhöhung der Tabaksteuer. Für stärkere Kontrollen des Jugendschutzes bei der Abgabe von Rauchprodukten plädiert hingegen der Bundesgeschäftsführer des Bundesverbands der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse, Jan Mücke. “Ich glaube, es hängt sehr viel davon ab, wie der Staat seine Regeln durchsetzt”, sagte er RTL und ntv. “Und da sehen wir, dass viel zu wenige Menschen in den Überwachungsbehörden tätig sind.” Zudem sei das Bußgeld zu gering, sagte Mücke. “Es muss für diejenigen, die an Jugendliche Nikotinprodukte verkaufen, sehr, sehr teuer werden.” Für die Drogenaffinitätsstudie wurden 7001 junge Menschen im Alter von 12 bis 25 Jahren von April bis Juni 2025 befragt. Auch das Statistische Bundesamt veröffentlichte am Dienstag mit Blick auf den Weltnichtrauchertag am 31.
Mai neue Zahlen zum Rauchen in Deutschland. Demnach greift mit 19,1 Prozent weiterhin knapp ein Fünftel der Über-15-Jährigen in Deutschland zu Zigarette oder Shisha. 2021 waren es 18,9 Prozent. Am höchsten ist die Raucherquote mit 26 Prozent unter den 40- bis 44-Jährigen. Nach wie vor rauchen Männer zudem deutlich häufiger als Frauen: 22,4 zu 15,8 Prozent,
Tue, 26 May 2026 10:18:34 GMT
