Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit hat eine Spenderlunge erhalten. Die Operation im Rikshospitalet in der Hauptstadt Oslo sei “erfolgreich” verlaufen, teilte der Königspalast am Mittwoch mit. Die Frau von Kronprinz Haakon muss den Angaben zufolge aber noch mehrere Wochen in dem Universitätskrankenhaus bleiben. Die Transplantation sei nach bisherigem Stand “erfolgreich verlaufen”, wurde der Leiter der Thoraxchirurgie der Klinik, Arnt Fiane, in der Mitteilung zitiert. “Wir freuen uns sehr, dass bisher alles gut verlaufen ist”, ergänzte der Lungenarzt Are Holm.
Wie alle Empfängerinnen und Empfänger eines Spenderorgans müsse die Kronprinzessin nun mehrere Wochen im Rikshospitalet bleiben. Dies sei gängige Praxis, “um die Medikamente anzupassen, mögliche Komplikationen zu behandeln und die Rehabilitation sicherzustellen”, erläuterte Holm. Bei der 52-jährigen Mette-Marit war 2018 eine seltene Form der Lungenfibrose diagnostiziert worden. Die unheilbare Krankheit führt zu Narbenbildung in der Lunge und dadurch zu Atemnot.
Zuletzt hatte sich ihr Gesundheitszustand stark verschlechtert, weshalb sie vor knapp zwei Wochen auf die Warteliste für eine Spenderlunge gesetzt wurden. Die Operation wird normalerweise nur als letztes Mittel in Betracht gezogen, wenn die Lebenserwartung der Patientin oder des Patienten ohne Transplantation auf nur noch ein bis zwei Jahre geschätzt wird. Wann genau der Eingriff bei Mette-Marit vorgenommen wurde, teilte der Königspalast nicht mit.
Kronprinz Haakon, der Thronfolger seines 89-jährigen Vaters König Harald V., wird seine öffentlichen Termine den Angaben zufolge weiter reduzieren, um bei seiner Frau sein zu können. Mette-Marit musste wegen ihres Gesundheitszustands schon seit Jahren ihr Programm stark zurückfahren und mehrfach Auszeiten nehmen. Zuletzt musste sie bei öffentlichen Terminen ein mobiles Sauerstoffgerät tragen.
Die Kronprinzessin war in den vergangenen Monaten nicht nur wegen ihrer Krankheit in die Schlagzeilen geraten, sondern auch wegen ihrer Freundschaft mit dem inzwischen verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein und des Vergewaltigungsprozesses ihres Sohnes Marius Borg Hoiby. Der 29-Jährige, der aus einer früheren Beziehung der Kronprinzessin stammt, war am Montag wegen zwei Vergewaltigungen und zahlreicher weiterer Straftaten zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden.
Haakon und Mette-Marit hatten im August 2001 geheiratet. Sie haben zwei gemeinsame Kinder, Prinzessin Ingrid Alexandra und Prinz Sverre Magnus. Die 22-jährige Ingrid Alexandra war vergangene Woche von ihrem Studium in Australien heimgekehrt, um an der Seite ihrer schwer kranken Mutter zu sein. Nach Palast-Angaben wird sie ihr Studium im Herbst in Oslo fortsetzen. Die für August geplante Feier zur Silberhochzeit des Kronprinzenpaares wurde bereits verschoben.
Wed, 17 Jun 2026 09:29:15 GMT
