Förderer von Whitney Houston: US-“Hitgigant” Clive Davis ist tot

Er galt in den USA als “Hitgigant” und förderte Musiklegenden wie Whitney Houston, Bruce Springsteen und Carlos Santana: Nun ist der Musikproduzent Clive Davis im Alter von 94 Jahren gestorben, wie US-Medien unter Berufung auf seine Familie berichten. Nach Angaben der “New York Times” wurde er kurz vor seinem Tod mit Atemproblemen in einem Krankenhaus behandelt. Die Sängerin Aretha Franklin nannte Davis einmal “den größten Plattenmann aller Zeiten”.

Der frühere Chef der Produktionsfirma Columbia Records prägte rund ein halbes Jahrhundert lang die Musikbranche in den USA. Er nahm zahlreiche Musiker unter Vertrag, die später zu Stars wurden. Ende der 1960er-Jahre unterstützte Davis Künstlerinnen und Künstler wie Janis Joplin und die Gruppe Blood, Sweat & Tears. Später förderte er Popdiven wie Houston und Alicia Keys sowie zahlreiche Rock ’n’ Roll- und Hiphop-Musiker.

Stars wie Carlos Santana und Rod Stewart ermöglichte er Comebacks mit Millionen verkauften Alben. Davis wurde am 4. April 1932 in eine jüdische New Yorker Familie geboren und studierte an der Eliteuniversität Harvard Jura. In die Musikbranche stieg er als Rechtsberater für Columbia Records ein. “Ich wusste nichts über Musik”, sagte er einmal. “Aber ich habe diese Chance ergriffen.”Bei Columbia Records wurde Davis 1973 wegen Vorwürfen gefeuert – er habe Firmengelder für private Ausgaben genutzt, lautete der Vorwurf.

Daraufhin gründete Davis 1974 sein eigenes Label Arista. Dort nahm er Stars wie Whitney Houston, Alicia Keys, The Kinks und Lou Reed unter Vertrag. Am erfolgreichsten wurde Davis’ Zusammenarbeit mit Whitney Houston, die weltweit mehr als 220 Millionen Alben verkaufte und als eine der größten Stimmen ihrer Generation galt. “Der Verlust von Whitney kam so plötzlich wie der Verlust meiner Eltern”, sagte Davis nach Houstons Tod mit nur 48 Jahren im Jahr 2012. Zu diesem Zeitpunkt arbeitete Davis bereits bei Sony Music Entertainment, wo er bis ins hohe Alter tätig war.

Einen Namen machte er sich zudem durch glamouröse Partys bei der Verleihung der Grammy-Musikpreise. “Ich mache nicht weiter, um etwas zu beweisen”, sagte er 2021 der Musikzeitschrift “Rolling Stone”. “Ich mache einfach das, was ich schon immer gemacht habe.”

Mon, 22 Jun 2026 16:42:07 GMT

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