57 Verletzte bei diesjährigem Stiertreiben in Pamplona – Deutscher am Arm aufgespießt

Beim traditionellen Stiertreiben im nordspanischen Pamplona sind in diesem Jahr 57 Menschen verletzt worden. Vier von ihnen wurden von Stieren aufgespießt, die übrigen stürzten oder zogen sich Prellungen zu, wie die Regierung der Region Navarra am Dienstag mitteilte – dem letzten Tag des San-Fermín-Festes. Unter den Verletzten war ein Deutscher, dessen linker Arm von einem Horn aufgespießt wurde.

Ein 30-jähriger Spanier wurde von einem Horn im Gesicht verletzt. Insgesamt waren fünf Ausländer unter den Verletzten, neben dem Deutschen zwei Briten, ein Australier und ein US-Bürger. Beim achten und letzten Stiertreiben am Dienstag wurde ein 18-Jähriger am Oberschenkel aufgespießt, einem 46-jährigen Mann rammte ein Stier sein Horn in die Brust. Acht weitere Menschen wurden mit unterschiedlich starken Prellungen ins Krankenhaus eingeliefert, wie die Regionalregierung weiter mitteilte.

Höhepunkt des neuntägigen Festes sind die täglich um 08.00 Uhr morgens beginnenden Stiertreiben. Hunderte Menschen, die meisten von ihnen Männer, rennen dann die 848,6 Meter lange Strecke durch die engen Gassen der Altstadt vor sechs aggressiven Tieren weg. Dabei versuchen sie, den Stieren so nahe wie möglich zu kommen. Die waghalsigen Rennen dauern meist weniger als vier Minuten. Insgesamt nehmen jedes Jahr 2000 bis 3500 Menschen an dem Spiel mit dem Tod teil. Das Rennen endet in den Stierkampfarenen der Stadt, wo die Tiere dann am Nachmittag bei Stierkämpfen getötet werden. Das Stiertreiben hat seinen Ursprung im Mittelalter.

Weltbekannt wurde die Tradition, nachdem sie der US-Schriftsteller Ernest Hemingway in seinem 1926 erschienenen Roman “Fiesta” verewigt hatte. Für viele Teilnehmer ist die Veranstaltung, die Touristen aus aller Welt anzieht, vor allem eine große Party. Neben den Stiertreiben gibt es Konzerte, religiöse Prozessionen – und jede Menge Wein und Bier. Jedes Jahr gibt es bei dem Stiertreiben Dutzende Verletzte, manchmal auch Tote.

Seit dem Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1911 gab es mindestens 16 Tote. Zuletzt wurde im Jahr 2009 ein 27-jähriger Spanier tödlich verletzt.

Tue, 14 Jul 2026 10:19:01 GMT

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