Kenias Justiz erkennt Cannabis-Konsum nicht als Teil der Rastafari-Religionsausübung an
Cannabis-Konsum als Teil der Religionsausübung: Dieser Argumentation der Rastafari-Gemeinschaft in Kenia ist die Justiz des ostafrikanischen Landes am Mittwoch nicht gefolgt und hat die Klage für eine Liberalisierung von Cannabis für Rastas zurückgewiesen. Die Kläger hätten nicht hinreichend belegt, dass das Cannabis-Verbot in Kenia ihre Religionsausübung einschränkt, begründete Richter Bahati Mwamuye die Zurückweisung der Klage in ihrer Gesamtheit.
In Kenia kann Cannabis-Besitz zum persönlichen Konsum laut einem Gesetz von 1994 mit bis zu zehn Jahren Gefängnis und hohen Geldstrafen bestraft werden. Nach Angaben der Rastafari-Gemeinschaft des Landes wird dieses Gesetz häufig verwendet, um gegen sie vorzugehen. Sie hatte daher dagegen 2021 Klage eingereicht und gefordert, das Gesetz für verfassungswidrig zu erklären oder zu verfügen, dass es im Sinne der freien Religionsausübung auf sie nicht anwendbar ist.
Dafür habe die Religionsgemeinschaft aber nicht genügend Beweise vorgelegt, wie der Richter Jahre nach Einreichung der Klage entschied. Er rief aber zu einer nationalen Debatte über den Umgang mit Cannabis auf, da die Droge in Kenia “allgegenwärtig” sei. Der Status quo erscheine daher “unhaltbar”, erklärte Mwamuye. Shadrack Wambui, einer der Anwälte der klagenden Rastafari-Gesellschaft Kenias (RSK), kündigte Berufung gegen das Gerichtsurteil an.
Die politische und spirituelle Rastafari-Bewegung war kurz nach der Krönung des äthiopischen Kaisers Haile Selassie im Karibikstaat Jamaika gegründet worden. Haile Selassie wird von ihren Anhängern als Messias verehrt, der die Schwarzen befreit. Die Bewegung breitete sich auf die ganze Welt aus. Ihre Anhänger, die ihr Haar meist als Dreadlocks tragen, nutzen Marihuana als bewusstseinserweiternde Droge zum Meditieren.2019 hatte die kenianische Justiz mit der Entscheidung, dass der Schulverweis einer Schülerin wegen ihrer Dreadlocks die Religionsfreiheit verletze, den Rastafari-Kult de facto als Religion anerkannt.
Trotzdem beklagen seine Anhänger in Kenia weiterhin Diskriminierungen.
Wed, 15 Jul 2026 11:35:31 GMT
