Unesco nimmt Stätten im Libanon und Westjordanland in Welterbeliste auf

Die Unesco hat fünf Festungen im Süden des Libanon und die archäologische Stätte Sebastia im von Israel besetzten Westjordanland im Eilverfahrens in die Welterbeliste aufgenommen. Die neuen Welterbestätten wurden gleichzeitig als gefährdet eingestuft, teilte die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur am Freitag mit. Derzeit tagt das Welterbe-Komitee der Unesco im südkoreanischen Busan.

Alle fünf Festungen befinden sich in der bergigen Region Dschabal Amel im Süden des Libanon. Unter ihnen sind die Kreuzfahrerburgen Beaufort, Toron und Dubieh, die aus dem zwölften Jahrhundert stammen. Sie liegen auf markanten Bergrücken, von denen aus man weit ins Land blicken kann. Nach Angaben der Unesco hätten sie bei den jüngsten Kämpfen zwischen der israelischen Armee und der libanesischen Hisbollah-Miliz “Schäden erlitten”.

Aufgrund des anhaltenden Konflikts seien sie auch weiterhin “schwerwiegenden Bedrohungen” ausgesetzt. Der libanesische Kulturminister Ghassan Salamé sagte der Nachrichtenagentur AFP, dass drei der fünf Festungen “unter israelischer Besatzung” stünden. Er befürchte, dass die israelische Armee die Festung Beaufort “sprengen könnte”. Er hoffe, dass der Schutz der Denkmäler mit der Unesco-Entscheidung gestärkt werden könnte, fügte er hinzu.

Die archäologische Stätte Sebastia im von Israel besetzten Westjordanland umfasst der Unesco zufolge Überreste verschiedener Zivilisationen, die bis in die Eisenzeit zurückreichen. Ein Teil des Gebiets befindet sich unter palästinensischer Verwaltung, ein anderer unter israelischer Kontrolle.”Wegen der bestehenden Bedrohungen im Zusammenhang mit dem anhaltenden israelisch-palästinensischen Konflikt sowie des Drucks durch Baumaßnahmen ist die Integrität des Kulturerbes als äußerst gefährdet einzustufen”, erklärte die Unesco.

Der israelische Außenminister Gideon Saar kritisierte die Entscheidung der Unesco, die auf eine “zynische palästinensische Resolution” hin getroffen worden sei und “ein völlig falsches Narrativ” konstruiere. Sie sei darauf ausgelegt, die “Verbindung des jüdischen Volkes zu diesem Land” zu leugnen, fügte er im Onlinedienst X hinzu.

Fri, 24 Jul 2026 12:02:17 GMT

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