Die Ethikkommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) hat eine Beschwerde der Menschenrechtsorganisation FairSquare gegen den Präsidenten des Fußball-Weltverbands Fifa, Gianni Infantino, zurückgewiesen. Die Eingabe falle nicht in ihren Zuständigkeitsbereich, weil “jeder Fachverband unabhängig” sei, erklärte die Ethikkommission am Freitag. FairSquare hatte Infantino vorgeworfen, er habe “wiederholt gegen die IOC-Regeln zur politischen Neutralität verstoßen, indem er US-Präsident Donald Trump seine politische Unterstützung bekundete”.
Der Fifa-Chef gehört kraft seines Amtes dem IOC an, in dem er den internationalen Fußball vertritt. Der Eid, der für die Aufnahme zwingend ist, verpflichtet Mitglieder dazu, “unabhängig von kommerziellen und politischen Interessen” zu handeln. FairSquare hatte schon im Dezember 2025 eine Beschwerde gegen Infantino eingereicht, nachdem dieser Trump einen sogenannten Fifa-Friedenspreis verliehen hatte.
Der Beschwerde hatten sich seinerzeit zahlreiche Abgeordnete des EU-Parlaments angeschlossen. Im Februar beschäftigte sich das IOC dann erneut mit Infantino und Trump. Damals stand der Fifa-Chef wegen seiner Teilnahme an der ersten Sitzung des von Trump einberufenen sogenannten Friedensrats in der Kritik. Das IOC wies die damalige Kritik zurück. Während der Fußball-Weltmeisterschaft, die vom 11.
Juni bis zum 19. Juli dauerte, brüstete sich Trump schließlich damit, bei Infantino wegen einer roten Karte gegen den US-Stürmer Folarin Balogun interveniert zu haben. Die eigentlich fällige Sperre Baloguns wurde daraufhin ausgesetzt. Die Fifa erklärte später, die Entscheidung habe nichts mit Trump zu tun.
Fri, 24 Jul 2026 17:14:46 GMT
