Ausschreitungen bei Fußball-Pokalspiel in Mannheim – 85 Verletzte
Nach schweren Ausschreitungen beim Fußball-Pokalspiel zwischen Mannheim und Kaiserslautern mit 85 Verletzten hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) harte Strafen für die Täter und Konsequenzen für die beteiligten Vereine gefordert. Die Vorkommnisse seien unerträglich, sagte der GdP-Vorsitzende für den Bereich Bundespolizei, Andreas Roßkopf, der “Rheinischen Post” am Samsta: “Geldstrafen reichen hier nicht mehr aus.
Ein Spielabbruch sowie das Disqualifizieren aus dem DFB-Pokal wären aus unserer Sicht die richtige Konsequenz gewesen.”Das Spiel zwischen dem SV Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern am Freitag galt als Südwest-Derby bereits im Vorfeld als äußerst brisant. Die Polizei war mit rund 1400 Einsatzkräften vor Ort. Über die gesamte Spielzeit wurde immer wieder zum Teil massiv Pyrotechnik gezündet, wie die Polizei berichtete.
Kurz nach Ende der regulären Spielzeit stürmten Mannheimer Anhänger den Platz. Die Polizei musste nach eigenen Angaben “Zwang” gegen die Fans anwenden, sie setzte unter anderem berittene Beamte ein. Die Einsatzkräfte wurden dabei aus dem Heim-Fanblock mit pryotechnischen Gegenständen und Raketen beschossen; 35 Beamte wurden dabei leicht verletzt. Der Anpfiff der Verlängerung musste verschoben werden, letztlich konnte die Partie aber fortgesetzt werden.
Am Ende siegten die Gäste aus Kaiserslautern mit 1:0. Nach Spielende musste die Feuerwehr Mannheim einen Brand löschen, weil die “Choreografie” der Gästefans – bestehend aus Fahnen, Pappen und ähnlichem – angezündet wurde. Insgesamt mussten 85 Menschen medizinisch versorgt werden, acht davon wurden wegen der Schwere ihrer Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Mehrere Fans wurden den Angaben zufolge festgenommen.
Es seien “Ermittlungen wegen Beleidigungen, verschiedener Körperverletzungsdelikte, Sachbeschädigungen, Landfriedensbruchs, tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte sowie Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz” eingeleitet worden, erklärte das Polizeipräsidium. Das professionelle Einschreiten der Polizei habe Schlimmeres verhindert, sagte Gewerkschafter Roßkopf am Samstag der “Rheinischen Post”.
Er forderte, dass die Vereine die Kosten für Polizeieinsätze “zwingend” übernehmen müssten.
Sat, 22 Aug 2026 11:12:41 GMT
