EU-Krisenkommissarin besucht Waldbrandgebiete in Deutschland und Belgien

Die EU-Krisenkommissarin Hadja Lahbib hat für Dienstag einen Besuch in den Waldbrandgebieten in Belgien und Deutschland angekündigt. Lahbib werde sich im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn und im Eifelort Monschau mit Behördenvertretern und Einsatzkräften treffen und sich ein Bild von den Auswirkungen der Brände machen, teilte die EU-Kommission am Montag mit. “Die Verwüstung im Hohen Venn ist eine eindringliche Mahnung, dass sich das Waldbrandrisiko in ganz Europa verändert”, erklärte Lahbib.

Belgien hatte am 15. August wegen des Brands in dem von Torfmooren geprägten Naturschutzgebiet den Zivilschutzmechanismus der EU ausgelöst. Mehrere europäische Länder sandten daraufhin Hilfe. Deutschland unterstützte die belgischen Behörden mit zwei Löschhubschraubern und rund 100 Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks und der Feuerwehr. Das Feuer vernichtete innerhalb weniger Tage rund 3000 Hektar Vegetation.

Es handelt sich um den größten Waldbrand in Belgien seit dem Jahr 1911, als es im selben Gebiet während einer ähnlichen Trockenperiode wie in diesem Jahr zu verheerenden Bränden gekommen war. Der Feuer ist inzwischen weitgehend gelöscht, allerdings flammen immer wieder Brandherde auf. Nach Angaben der belgischen Behörden kann es Wochen oder gar Monate dauern, bis in dem Naturschutzgebiet endgültig Entwarnung gegeben werden kann.

In Torfmooren wie dem Hohen Venn können Brände noch lange unterirdisch weiter schwelen, auch wenn an der Oberfläche keine Flammen mehr zu sehen sind. In Monschau in Nordrhein-Westfalen mussten wegen des Brandes zwischenzeitlich zwei Straßenzüge mit etwa 30 Bewohnern evakuiert werden. Belgien leidet in diesem Sommer wie große Teile Europas unter Hitze und Trockenheit. Der vom Menschen verursachte Klimawandel sorgt nach Einschätzung von Wissenschaftlern für längere und intensivere Hitzewellen und Dürren.

Diese trocknen die Vegetation aus und begünstigen so Waldbrände. Die Waldbrandsaison 2026 ist nach Angaben der EU-Kommission außergewöhnlich schlimm. Bis zum 12. August war die verbrannte Fläche demnach bereits doppelt so groß wie der durchschnittliche Wert zu diesem Zeitpunkt des Jahres. Der Katastrophenschutzmechanismus wurde bereits zehn Mal aktiviert. Dies führt dazu, dass das Koordinierungszentrum in Brüssel Unterstützung aus anderen europäischen Staaten mobilisiert.

Neben den 27 EU-Staaten sind zehn weitere europäische Länder Teil des Programms.

Mon, 24 Aug 2026 11:04:17 GMT

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