Wadephul bedauert Schließung der Goethe-Institute in Russland

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat die angekündigte Schließung der Standorte des Goethe-Instituts in Russland durch die Führung in Moskau kritisiert. “Das Goethe-Institut hat in Russland eine wichtige Funktion als Kulturbrücke übernommen, und wir wären bereit gewesen, das fortzusetzen”, sagte Wadephul am Donnerstag bei einem Treffen mit seinen Ministerkollegen aus Frankreich und Polen in Weimar. “Ich bedauere, dass Russland diesen Schritt gegangen ist.”Die russische Regierung hatte zuvor die Schließung der Zweigstellen des Goethe-Instituts in Moskau, St.

Petersburg und Jekaterinburg angekündigt. Damit reagierte sie auf Strafmaßnahmen, welche die Bundesregierung am Dienstag verhängt hatte, weil sie Russland als Drahtzieher des versuchten Sprengstoffanschlags am Leipziger Flughafen betrachtet. Eine Fortsetzung der Arbeit des Goethe-Instituts in Russland wäre zur Pflege der Beziehungen auf zivilgesellschaftlicher Ebene wichtig gewesen, sagte Wadephul in Weimar.

Zwischen den Menschen in Russland und in Deutschland habe es “grundsätzlich immer ein gutes Verhältnis” gegeben. Das “Problem” sei aber “die russische Führung in der jetzigen Situation”, fügte der Minister hinzu: “Deutschland ist illusionsfrei, was unsere Beziehungen angeht.”Die Außenminister Frankreichs und Polens, Jean-Noël Barrot und dem polnischen Außenminister Radoslaw Sikorski, zeigten sich in Weimar solidarisch mit Deutschland angesichts der Bedrohung aus Russland. “Wir haben es sicher mit Staatsterrorismus zu tun”, sagte Sikorski. “Russland ist der Aggressor gegen uns.” “Wer hier die Eskalation sucht, das sind nicht die Ukrainer oder die Europäer – das ist systematisch Wladimir Putin, der immer noch eine Schippe drauf legt”, sagte Barrot. “Der Angriff auf einen Flughafen mit einer Sprengstoffdrohne ist ein schwerwiegender Angriff, der natürlich Konsequenzen nach sich ziehen muss.”Die von der Bundesregierung angeordnete Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn und die Kündigung des Vertrags für das Russische Haus in Berlin seien “eine Reaktion gewesen auf vorheriges russisches Verhalten”, betonte Wadephul.

Generell seien Deutschland und seine Partner “immer bereit gewesen, mit Russland einen vernünftigen Dialog zu führen”, sagte der Bundesaußenminister. “Aber die Voraussetzung dafür ist, dass Russland seinen Aggressionskrieg gegen die Ukraine endlich beendet und vor allen Dingen alle Attacken jeder Art gegen uns und unsere Verbündeten unterlässt.”Sikorski warf Russland vor, in den vergangenen Tagen und Wochen wiederholt den polnischen Luftraum verletzt zu haben und in Polen für Anschläge verantwortlich zu sein. “Wir sind nicht damit einverstanden, dass unsere Grenzen straflos verletzt werden, wir sind nicht einverstanden mit Anschlägen”, sagte Sikorski. “Wir können kein Business-as-usual mit Russland führen in anderen Bereichen, solange Russland diese wahnsinnige kriminelle Idee des Wiederaufbaus des Imperiums nicht aufgegeben hat.”Frankreichs Außenminister Barrot sagte die Unterstützung seines Landes und der gesamten EU zu. “Wenn Polen und Deutschland angegriffen werden, so wie sie eben bei den entsprechenden Vorfällen angegriffen worden sind, dann ist es auch so, dass die gesamte Union angegriffen wird”, sagte er. “Wir sind solidarisch bei der Verurteilung und auch bei den Maßnahmen, die ergriffen werden als Vergeltungsmaßnahmen.”Anlass des Treffens der drei Außenminister war der 35.

Geburtstag des so genannten Weimarer Dreiecks. Am Morgen hatten die drei Minister gemeinsam das Wohnhaus von Johann Wolfgang von Goethe in Weimar besichtigt.

Thu, 03 Sep 2026 10:07:03 GMT