Deutsche Exporte im Juli leicht gesunken – Lieferungen in die USA stark gestiegen

Die zuletzt günstige Entwicklung der deutschen Exporte bleibt volatil. Im Juli sanken Deutschlands Exporte trotz deutlich stärkerer Ausfuhren in die USA leicht, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mit. Im Vergleich zum Juni verringerten sie sich um 0,8 Prozent auf 138,2 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahresmonat hielt der positive Trend an, die Ausfuhren stiegen hier um 6,1 Prozent.

Stark ins Gewicht fällt für Juli ein massives Exportplus im Handel mit den USA. Im Vergleich zum Vormonat legten die Ausfuhren nach Übersee um 19,1 Prozent zu. 14,4 Milliarden Euro Warenwert waren zudem 28,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Lieferungen in die zweit- und drittwichtigsten Abnehmerländer deutscher Produkte außerhalb der EU gingen hingegen zurück. Die Exporte nach Großbritannien sanken im Monatsvergleich um 7,2 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro, die China-Exporte brachen wie in den Vormonaten weiter ein – um 9,5 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro.”Die volatilen Zahlen zeigen, wie fragil die wirtschaftliche Lage weiterhin ist”, erklärte der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Dirk Jandura. “Deutschland ist noch lange nicht über den Berg.”Über die Hälfte der deutschen Exporte gingen auch im Juli in andere EU-Länder. 78,0 Milliarden Euro Warenwert entsprechen einem Rückgang im Monatsvergleich um 1,6 Prozent.

Die Importe verringerten sich im Juli deutlich – um 5,7 Prozent auf 116,9 Milliarden Euro. Der deutsche Exportüberschuss stieg so auf 21,3 Milliarden Euro. China blieb trotz eines Rückgangs um 7,5 Prozent mit Abstand das wichtigste Land. Auch die Importe aus den USA sanken stark – um 8,2 Prozent. Der Außenwirtschaftschef der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Volker Treier, erklärte, die Zahlen seien ein Dämpfer. “Die deutsche Außenwirtschaft spürt die Volatilität in der Handelspolitik direkt.” Die Entwicklung im Handel mit den USA gehe auf die Zolleinigung der EU zurück.

Gleichzeitig setze eine eher schwache Weltkonjunktur, aber auch eine immense Zunahme chinesischer Konkurrenz deutsche Exporteure unter Druck. BGA-Chef Jandura forderte “grundlegende Reformen”, um den Standort Deutschland zu stärken. Die deutsche Außenwirtschaft zeige zwar weiterhin Widerstandskraft, dies reiche aber nicht. Es seien niedrigere Energie- und Standortkosten nötig, weniger Bürokratie, bessere Investitionsbedingungen und eine aktive Handelspolitik.

Tue, 08 Sep 2026 09:03:07 GMT