Heißester August weltweit seit Beginn der Wetteraufzeichnungen

Ob in Rom oder New York, Tokio oder Neu Delhi – der vergangene Monat war nach Angaben des EU- Erdbeobachtungsprogramms Copernicus der heißeste August weltweit seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die globale Durchschnittstemperatur im August lag bei 16,96 Grad, wie Copernicus am Donnerstag mitteilte. Damit wurde der bisherige Höchstwert von 2023 noch übertroffen. Auch Westeuropa erlebte demnach seinen wärmsten Sommer aller Zeiten.

Zugleich wurden für die Meerestemperaturen beispiellose Höchstwerte gemessen. “Der August 2026 war ein bemerkenswerter Sommer in der Geschichte des weltweiten Klimas”, erklärte Samantha Burgess, Wissenschaftlerin am Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF), im Monatsbericht von Copernicus. Die Zeit von Juni bis August war geprägt von heftigen aufeinanderfolgenden Hitzewellen.

Das anhaltende extreme Sommerwetter führte zur Schließung von Schulen, ließ die Pegelstände von Flüssen sinken und trocknete die Vegetation aus – was verheerende Waldbrände zur Folge hatte. Überall in der nördlichen Hemisphäre beeinträchtigten die extremen Temperaturen den Alltag – ob für Bauarbeiter, Urlauber am Strand oder für alte, kranke und pflegebedürftige Menschen. Nach den Berechnungen von Copernicus, dessen Daten bis ins Jahr 1940 zurückreichen, war der August 2026 mit einer durchschnittlichen Lufttemperatur von 19,96 Grad der heißeste jemals gemessene Monat.

Auf dem zweiten Platz folgt der Juli 2023 mit 16,95 Grad. Wegen des minimalen Unterschieds setze Copernicus aber die beiden Monate “gleich”, hieß es gegenüber AFP. Auch der Zeitraum von Juni bis August gelte als heißeste jemals registrierte Periode weltweit – gleichauf mit 2024, erklärte Copernicus. Erst am Mittwoch hatte die US-Klimaforschungsbehörde NOAA mitgeteilt, dass die USA in diesem Jahr ihren heißesten Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen vor gut 130 Jahren erlebten.

Zwischen Juni und August lag die Durchschnittstemperatur in den Vereinigten Staaten demnach bei 23,6 Grad Celsius. Westeuropa habe “eine Welle von außergewöhnlich frühen, lang anhaltenden und intensiven Hitzewellen” erlebt, stellte Copernicus fest. Es sei der heißeste Sommer der Geschichte in Westeuropa gewesen, heißer als 2003. Auf dem gesamten europäischen Kontinent lag die durchschnittliche Lufttemperatur im August bei 20,26 Grad und damit 1,10 Grad über dem vorindustriellen Niveau.

Somit handelte es sich in ganz Europa um den drittwärmsten bislang verzeichneten Sommer. Andere Klimadatenquellen ermöglichen es den Wissenschaftlern, ihre Schlussfolgerungen mit Informationen aus sehr viel weiter zurückliegenden Epochen zu untermauern. Ihrer Einschätzung nach ist die heutige Periode wahrscheinlich die wärmste, die die Erde in den vergangenen 125.000 Jahren erlebt hat. “Die Menschen haben wohl seit mindestens 100.000 Jahren keine so hohen Temperaturen mehr erlebt wie heute”, sagte Burgess der Nachrichtenagentur AFP.”Solange die Menschheit weiterhin kolossale Mengen von Kohle, Öl und Gas verbrennt, wird die verursachte Verschmutzung weiterhin unseren Planeten überhitzen, und extreme Hitzewellen werden weiterhin absolute Rekorde brechen”, erklärte der UN-Klimabeauftragte Simon Stiell. “Die Lösungen sind genauso klar”, fuhr er fort und verwies vor allem auf einen “schnelleren Wechsel zu sauberer Energie” und “den Schutz unserer Wälder und Ozeane”. Wissenschaftler gehen davon aus, dass Hitzewellen infolge des menschengemachten Klimawandels an Intensität und Häufigkeit zunehmen.

Verschärft wird die Lage in diesem Jahr durch das Klimaphänomen El Niño, das die Temperatur der Ozeane auf zyklische Weise steigen lässt und in vielen Regionen für Trockenheit oder Überschwemmungen sorgt. Die Wissenschaftler befürchten, dass es die Erderwärmung verschärft und gleichzeitig extreme Wetterereignisse verstärkt. “Der Klimawandel lässt jede El-Niño-Episode wärmer werden, und solange wir weiterhin Kohle, Öl und Gas verbrennen, werden sich diese Monate mit geradezu pulverisierten Rekorden einfach aneinanderreihen”, erklärte auch Friederike Otto, Professorin für Klimatologie am Imperial College London.

Copernicus zufolge lag die weltweite Durchschnittstemperatur im August um 1,65 Grad über dem Durchschnitt der vorindustriellen Werte, und damit über der ehrgeizigen Grenze von 1,5 Grad, die im Pariser Klimaabkommen von 2015 festgelegt wurde. Die dort genannte Grenze bezieht sich jedoch auf einen Durchschnitt über viele Jahre. 

Thu, 10 Sep 2026 11:41:51 GMT

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