Kolumbien: Waldbrand in Touristenstadt Villa de Leyva teilweise unter Kontrolle

In Kolumbien ist es der Feuerwehr gelungen, einen nahe der bei Touristen beliebten Andenstadt Villa de Leyva wütenden Waldbrand teilweise unter Kontrolle zu bringen. Am Sonntag (Ortszeit) “konnten wir in der Nacht alle Brandherde in der Nähe von Wohngebieten eindämmen”, erklärte der Gouverneur des Departements Boyacá, Carlos Amaya, in dem die betroffene Stadt liegt. Rund 300 Hektar Land brannten inzwischen ab, zwei Hotels mussten evakuiert werden. Innenminister Rodrigo Lara hatte zuvor erklärt, dass der Brand zu 50 Prozent unter Kontrolle gebracht worden sei. Die Flammen rückten nach Behördenangaben gefährlich nah an die Kleinstadt Villa de Leyva im Zentrum des südamerikanischen Landes heran.

Die Stadt ist für ihre Kolonialarchitektur und malerischen Kopfsteinpflaster-Gassen bekannt. Sie zieht jährlich rund eine Million Besucher aus aller Welt an. Zwei an Berghängen außerhalb der Stadt gelegene Hotels brachten ihre Gäste am Sonntagmorgen in Sicherheit. Eines der Hotels wurde durch die Flammen beschädigt.  Das Feuer war den Behörden zufolge am Samstag in einem nahegelegenen Wald ausgebrochen, am Sonntag waren die Flammen schon vom zentralen Platz der Stadt aus zu sehen.

Rund 250 Feuerwehrleute und Einwohner kämpften gegen die Flammen. Freiwillige Helfer versuchten, die Ausbreitung der Flammen durch das Abholzen der Vegetation mit Macheten einzudämmen. Auch mehrere Militärhubschrauber waren im Einsatz – unter anderem, um Löschwasser auf brennende Eukalyptusbäume abzuwerfen. Unterstützt wurde die örtliche Feuerwehr von Einsatzkräften aus der Hauptstadt Bogotá. Kolumbiens Präsident Abelardo de la Espriella sagte der Stadt weitere staatliche Unterstützung zu. “Villa de Leyva ist nicht allein”, schrieb er im Onlinedienst X. “Wir werden Ressourcen des Staates mobilisieren, um dieses Feuer zu bekämpfen und um die Bevölkerung, unser kulturelles Erbe und unsere Naturschätze zu schützen.” Umweltminister Fabio Arjona erklärte auf X, das Feuer sei möglicherweise vorsätzlich gelegt worden. Die Stadtverwaltung von Villa de Leyva rief den Katastrophenfall aus, alle Schulen blieben am Montag geschlossen.

Bürgermeister Nicolás Méndez hatte am Sonntagabend im Sender Caracol TV gesagt, es gebe noch “viele aktive Brandherde”. Die Stadt habe nicht die erforderlichen Ressourcen, um den Brand zu löschen, und sei dringend auf Unterstützung angewiesen. Waldbrände sind in der Andenregion nahe des Äquators während der Trockenzeit keine Seltenheit. In diesem Jahr wird die derzeit in Kolumbien herrschende Trockenheit durch das Klimaphänomen El Niño verstärkt.

Nach offiziellen Angaben gibt es in Kolumbien derzeit fast 20 aktive Waldbrände. Auch im Nachbarland Ecuador wüten derzeit etwa zehn Brände, unter anderem nahe der Hauptstadt Quito. 

Mon, 21 Sep 2026 15:46:11 GMT

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