US-Rapper Macklemore kündigt nach Rauswurf aus Ed-Sheeran-Tournee “Free Palestine Tour” an

Nach dem Rauswurf des US-Rappers Macklemore aus der Tournee des britischen Popstars Ed Sheeran wegen pro-palästinensischer Äußerungen hat der Rapper eine eigene “Free Palestine Tour” angekündigt. “Was mir widerfahren ist, ist größer als ein Künstler oder eine Bühne”, erklärte der 43-Jährige am Donnerstag im Onlinedienst Instagram.”Wenn die Klasse der Milliardäre entscheiden kann, welche Stimmen auf der Bühne erlaubt sind und welche zu gefährlich sind, gehört zu werden, sollte jeder aufmerksam werden”, schrieb Macklemore.

Der Musiker kündigte drei Auftritte Ende Oktober in London, Paris und Dublin an. Zudem seien Konzerte in den USA geplant. Alle Einnahmen sollten pro-palästinensischen Organisationen zugute kommen. “Wir haben das Jahr 2026. Unpolitisch in einem Völkermord zu sein funktioniert nicht mehr”, erklärte der Rapper. Menschen forderten von Künstlern, dass sie ihre Bühne “für mehr als Unterhaltung” nutzten und dass sie “widersprechen, wenn der Ruf nach einem freien Palästina mit Versuchen beantwortet wird, ihn zum Schweigen zu bringen”. Macklemore war von Ed Sheerans Tournee ausgeschlossen worden, nachdem er Anfang September vor zwei Konzerten des britischen Popstars bei New York unter anderem “Free Palestine” (“Befreit Palästina”) gerufen hatte über die Palästinenser sagte, diese seien “nicht vergessen”.

Laut Sheeran war der Rauswurf die Entscheidung des Veranstalters. Sheeran wurde vorgeworfen, sich nicht gegen Macklemores Ausschluss zur Wehr gesetzt zu haben. Bei seinem ersten Konzert nach dem Rauswurf des Rappers äußerte er sich in der vergangenen Woche zum Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern und kritisierte dabei beide Seiten. Sheeran ist eigentlich dafür bekannt, sich nicht öffentlich zu politischen Themen zu äußern, insbesondere zum Krieg im Gazastreifen. “Nur weil ich mich entscheide, öffentlich nicht Stellung zu beziehen, heißt das nicht, dass es mir egal ist”, erklärte er Mitte September.

Die Besucher seiner Konzerte erwarteten “kein politisches Forum”. Die radikalislamische Hamas und ihre Verbündeten hatten bei ihrem Großangriff auf Israel am 7. Oktober 2023 mehr als 1200 Menschen getötet, 251 wurden als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Israel reagierte mit massiven Angriffen im Gazastreifen, bei denen nach nicht überprüfbaren Hamas-Angaben mehr als 73.000 Menschen getötet wurden.

Trotz einer im Oktober vergangenen Jahres in Kraft getretenen Waffenruhe geht Israel weiter militärisch im Gazastreifen vor. Nach Zahlen des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums, welche die UNO für vertrauenswürdig hält, wurden seitdem rund 1300 weitere Menschen getötet. 

Thu, 24 Sep 2026 16:48:03 GMT

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