Aktivisten: Mehr als 500 Menschen im August von Islamisten in Nigeria entführt
In Nigeria liegt die Zahl der bei einem islamistischen Angriff im August entführten Menschen Aktivisten zufolge deutlich höher als von den örtlichen Behörden angegeben. Laut einer am Donnerstag veröffentlichten Liste, die der Nachrichtenagentur AFP vorlag, wurden bei dem Angriff bewaffneter Islamisten auf eine Moschee und mehrere Dörfer im Bezirk Borgu im Bundesstaat Niger 547 Menschen verschleppt.
Der Gouverneur hatte von einigen Dutzend Verschleppten gesprochen und damit in dieser Woche Proteste ausgelöst. Das von einem örtlichen Aktivisten unterzeichnete Dokument listet jedoch alle 547 Namen einzeln auf. Die Islamisten griffen demnach die Moschee in dem Dorf Dikera sowie die umliegenden Dörfer Kpenya, Giagbasso, Gbenji und Gbebara an. Der Verbleib der Entführten ist weiterhin unbekannt. In einem nach dem Überfall in den Onlinenetzwerken verbreiteten Video waren hunderte Menschen in einem Waldstück zu sehen, darunter viele Frauen und Kinder.
In der Aufnahme wurden sie als aus Dikera verschleppte Geiseln präsentiert. In Nigeria, dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas, sind seit Jahren islamistische Gruppen aktiv, die immer wieder Zivilisten angreifen und verschleppen, um Lösegeld zu erpressen. So hatte 2014 die Entführung hunderter Schülerinnen aus der Stadt Chibok für Schlagzeilen gesorgt. Zudem gibt es zahlreiche von den Einwohnern als “Banditen” bezeichnete nicht religiöse Banden, die ebenfalls auf Entführungen sowie auf Schutzgelderpressung setzen. Den Behörden wird mitunter vorgeworfen, die Gewalt in Nigeria herunterzuspielen.
Fri, 25 Sep 2026 03:49:57 GMT
