Nach Brandanschlag auf Rüstungsunternehmen: Estland wirft Russland “Sabotage” vor

Nach einem Brandanschlag auf das estnische Rüstungsunternehmen Milrem Robotics hat die Regierung in Tallinn Russland “Sabotage” vorgeworfen. “Wir können mit Sicherheit zu dem Schluss kommen, dass der Brandanschlag in Tallinn ein Sabotageakt war, der von den Spezialdiensten der Russischen Föderation angeordnet wurde”, erklärte Estlands Außenminister Margus Tsahkna am Dienstag im Onlinedienst X. Moskau wies die Vorwürfe zurück.

Die Bundesregierung und weitere Verbündete Estlands bekundeten ihre Solidarität mit dem EU- und Nato-Mitgliedstaat. Die Täter seien festgenommen worden und stellten “keine Gefahr mehr dar”, erklärte Tsahkna. Der Brandanschlag auf das Unternehmen, das von der Ukraine genutzte Drohnen herstellt, war am 15. August verübt worden. Es hatte keine Opfer oder größere Schäden gegeben. Der Außenminister teilte weiter mit, Estland habe den russischen Botschafter einbestellt. “Dieser Sabotageakt ist Teil einer größeren Kampagne Russlands in ganz Europa, die darauf abzielt, uns einzuschüchtern und unsere Unterstützung für die Ukraine zu schwächen”, erklärte Tsahkna.

Moskau wies die Verantwortung für den Brandanschlag umgehend von sich. Die Äußerungen seien “unbegründet, unüberlegt, entsprechen in keiner Weise der Realität und stützen sich auf keinerlei Argumente”, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow vor Journalisten auf AFP-Nachfrage. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) bekundete auf X Deutschlands Solidarität mit Estland. “Russlands rücksichtsloses feindseliges Vorgehen wird uns nicht spalten.

Es stärkt vielmehr unsere Entschlossenheit, die Abschreckungskraft der Nato zu stärken und die Ukraine zu unterstützen”, schrieb Wadephul als Reaktion auf Tsahknas Beitrag. Die EU bekundete ebenfalls ihre “volle Solidarität” mit Estland. Russland versuche mit seinen Angriffen “Europa einzuschüchtern, damit es seine Unterstützung für die Ukraine zurückfährt”, sagte ein Sprecher der EU-Kommission in Brüssel. “Das wird nicht passieren”, betonte er.

Auch die Regierungen von Litauen, Lettland und Schweden stellten sich an die Seite von Estland und unterstrichen ihre Unterstützung für die Ukraine. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron verurteilte die “gefährliche Eskalation” vonseiten Moskaus. Solche “feindseligen Aktionen” würden Russland “nur in eine Sackgasse führen”, erklärte Macron. “Russland muss wissen, dass es weder unsere Geschlossenheit noch unsere Entschlossenheit brechen wird, die Ukraine weiterhin zu unterstützen”, fügte er hinzu.

Nato-Generalsekretär Mark Rutte warf Moskau vor, mit seiner “rücksichtslosen Kampagne feindseliger Aktionen gegen Nato-Verbündete” zu versuchen, deren “Entschlossenheit zu schwächen und unsere Unterstützung für die Ukraine zu stoppen”. Rutte betonte jedoch, “Russland scheitert”. Er fügte hinzu: “Es scheitert auf dem Schlachtfeld in der Ukraine, und es scheitert daran, unsere Einheit und unsere Unterstützung für die Ukraine zu untergraben.”Das EU- und Nato-Mitglied Estland hat Russland seit Beginn von dessen Angriffskrieg gegen die Ukraine im Februar 2022 bereits mehrfach “hybride” Provokationen vorgeworfen.

Wie die anderen beiden baltischen Staaten Lettland und Litauen auch zählt Estland zu den Unterstützern der Ukraine und hat seit Kriegsbeginn seine Verteidigungsausgaben deutlich erhöht. 

Tue, 29 Sep 2026 13:09:15 GMT

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