Die belgische Polizei hat nach eigenen Angaben einen Ring von Drogenschmugglern zerschlagen, die den Flughafen Brüssel-Zaventem als Basis für die Einfuhr von Kokain und Cannabis nutzten. Bei einer zwischen mehreren europäischen Ländern koordinierten Aktion seien 19 Verdächtige in Belgien, zwei in Frankreich und zwei in den Niederlanden festgenommen worden, erklärte die Polizei am Donnerstag.
Die Drogen kamen demnach aus Afrika und Amerika. Die Polizei beschrieb das Vorgehen der Drogenschmuggler folgendermaßen: Kuriere versteckten die Drogen im aufgegebenen Gepäck. Nach ihrer Ankunft in Brüssel ließen sie dies auf dem Gepäckband liegen. Das Gepäck wurde dort von Komplizen eingesammelt, die sich bereits auf belgischem Boden befanden. Diese “Extraktoren” hatten sich zuvor mit einem billigen Flugticket Zugang zur Gepäckhalle verschafft.
Die belgischen Behörden hatten Ermittlungen eingeleitet, nachdem Anfang 2025 am Flughafen unbeaufsichtigte, zurückgelassene Sporttaschen mit rund 30 Kilogramm Kokain gefunden worden waren. Die Taschen waren mit einem Flug aus Mexiko gekommen. Im Anschluss beobachteten die Strafverfolgungsbehörden die Gepäckhalle, um den Ablauf des Schmugglergeschäfts zu verstehen. Die “Extraktoren” wurden größtenteils über Onlinedienste angeworben.
Sie brachten die Gepäckstücke vom Flughafen zu festgelegten Orten in der Umgebung, wo andere Mitglieder des Schmugglernetzwerks bereits auf sie warteten. Auch Flughafenmitarbeiter seien daran beteiligt gewesen, die Drogen aus den Gepäckstücken zu holen, teilte die Polizei mit. “Im Laufe der Ermittlungen konnten offensichtliche Verbindungen zu Frankreich und den Niederlanden hergestellt werden”, erklärte die Polizei. “Es zeigte sich insbesondere, dass mehrere Mitglieder der Organisation häufig zwischen diesen beiden Ländern und Belgien unterwegs waren.”Bei Durchsuchungen von 27 Objekten in Frankreich und Belgien wurden am Mittwoch acht Fahrzeuge, Schusswaffen, Schmuck und rund 60.000 Euro in bar beschlagnahmt.
Thu, 01 Oct 2026 11:40:12 GMT
