Haiti: Seit Jahresbeginn mindestens 5700 Tote und Verletzte durch Bandenkriege

Durch Bandengewalt sind in Haiti nach UN-Angaben seit Jahresbeginn mindestens 5700 Menschen getötet oder verletzt worden. Mehr als tausend Frauen und Mädchen seien vergewaltigt worden, erklärte am Freitag UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk. Dies seien allerdings nur die von der UNO registrierten Fälle. “Die wirklichen Zahlen liegen vermutlich viel höher.””Trotz einiger Erfolge bei der Eindämmung ihrer Aktivitäten in Teilen der Hauptstadt Port-au-Prince passen sich die Banden immer wieder an und breiten sich aus”, sagte Türk vor dem UN-Menschenrechtsrat in Genf. “Sie tauchen in neuen Gebieten auf und rüsten ständig auf.” Neben den Toten und Verletzten habe die UN-Mission in dem armen Karibikstaat seit Jahresbeginn auch 230 Entführungen durch Banden registriert.

Der UN-Sicherheitsrat hatte im vergangenen Jahr eine Unterstützungsmission für Haiti (UNSOH) sowie die robustere Banden-Bekämpfungseinheit “Gang Suppression Force” (GSF) beschlossen, die eigentlich 5500 Einsatzkräfte umfassen soll. Es finden sich jedoch nicht genug Staaten, die dazu beitragen wollen. “Die Truppe liegt weit unter der erforderlichen Stärke”, sagte Türk.

Nach Angaben des US-Botschafters bei den Vereinten Nationen, Mike Waltz, stehen derzeit lediglich 1500 Einsatzkräfte bereit. Haiti ist das ärmste Land auf dem amerikanischen Kontinent. Dort leben nach UN-Angaben etwa 1,5 Millionen Menschen, die vor der grassierenden Gewalt geflohen sind. Die mächtigen kriminellen Banden im Land verüben Morde, Entführungen und Vergewaltigungen und zwingen Kinder, für sie zu kämpfen.

Zudem ist bei fast der Hälfte der elf Millionen Einwohner Haitis die Lebensmittelversorgung nicht gesichert. 

Fri, 02 Oct 2026 10:28:54 GMT

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