UNO: Klimaphänomen El Niño verschärft sich weiter – Höhepunkt im Dezember erwartet

Das derzeit herrschende Klimaphänomen El Niño wird sich nach UN-Angaben weiter verschärfen und im Dezember voraussichtlich seinen Höhepunkt erreichen. Dabei werde El Niño wahrscheinlich in vielen Weltgegenden überdurchschnittlich hohe Temperaturen verursachen und durch veränderte Niederschlagsmuster je nach Region das “Risiko für Dürren und Überflutungen” erhöhen, erklärte die Weltmeteorologie-Organisation (WMO) am Donnerstag in ihrem monatlichen globalen Klimabericht. “El Niño wird sich weiter intensivieren vor seinem prognostizierten Höhepunkt im Dezember”, erklärte die in Genf ansässige UN-Organisation.

WMO-Chefin Celeste Saulo hob hervor, dass sich das Phänomen gegenwärtig “schnell verstärkt”. “Die WMO-Prognosen ergeben eine fast hundertprozentige Wahrscheinlichkeit, dass es bis Februar 2027 andauert und potenziell eines der stärksten seit mindestens 1950 sein wird”, fügte sie hinzu. Bei dem natürlich auftretenden Klimaphänomen erwärmt sich die Wasseroberfläche im östlichen und zentralen Pazifik nahe des Äquators, was weltweit Auswirkungen auf Wind, Luftdruck und Niederschläge hat. In der Folge steigt das Risiko für Wetterextreme. Üblicherweise tritt das Phänomen El Niño alle zwei bis sieben Jahre auf und dauert zwischen neun und zwölf Monate an.

In Kombination drohen der menschengemachte Klimawandel und El Niño Experten zufolge 2027 zum weltweit heißesten Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen zu machen. WMO-Chefin Saulo erläuterte, dass El Niño der Erde keine weitere Hitze hinzufüge, sondern dazu führe, dass im Meer gespeicherte Wärme freigesetzt werde. “Der Ozean, aus dem er sich speist, ist der wärmste, den wir je gemessen haben”, schilderte sie. “Es ist einfach mehr Hitze da, die freigesetzt werden kann.”Im zentralen und östlichen Pazifik nahe des Äquators, der Kernregion eines El Niño, stieg die Temperatur der Meeresoberfläche von 1,6 Grad über dem Normalwert im Juni auf 2,5 Grad über dem Normalwert im August.

Für Oktober, November und Dezember wird dort mit einer Meeresoberflächentemperatur von fast 3,7 Grad über dem Normalwert gerechnet. Seit Beginn der Messungen lag der Rekord bei 2,6 Grad in den Jahren 2015/2016. Der gegenwärtige El Niño trifft einige Erdregionen bereits hart, darunter Zentralamerika, wo Tiere und Ernten wegen der Dürre zugrunde gehen. Seinen Höhepunkt erreicht ein El Niño in der Regel zwischen November und Februar, der daraus resultierende Temperaturanstieg macht sich typischerweise aber erst später bemerkbar.

Thu, 08 Oct 2026 09:30:45 GMT

Categories
Recent Posts