“Ikone” und “Symbol”: Zehntausende bei Gedenkmarsch nach Tod von Maricarmen in Madrid

Nach dem Tod der kurz zuvor aus ihrer Wohnung vertriebenen 87-jährigen Maricarme Abascal sind in Spanien zehntausende Menschen in Gedenken an sie auf die Straße gegangen. Am Donnerstagabend fand in der Hauptstadt Madrid ein Marsch vom zentralen Platz Puerta del Sol zum Haus der Verstorbenen im etwa drei Kilometer entfernt gelegenen Stadtteil Retiro statt. An der Puerta del Sol, wo hunderte Menschen ein Protestcamp errichtet hatten, war eine improvisierte Gedenkstätte mit Kerzen, Blumen und Plakaten aufgestellt worden.    “Maricarmen wird zu einer Ikone des Kampfes werden.

Sie hat uns wachgerüttelt und dazu gebracht, zu sagen: ‘Es reicht!'”, sagte die 48-jährige Lehrerin und Demonstrantin Rosa Marin der Nachrichtenagentur AFP. “Wir können diese Situation nicht länger hinnehmen”, betonte sie mit Blick auf die Wohnungskrise in dem Land.  “Maricarmen war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte – sie hat all das ausgelöst”, sagte der Demonstrant Anton Alexander mit Blick auf das Protestcamp und die Massendemonstrationen der vergangenen Tage.

Maricarmen sei “ein Symbol”. “Ich hoffe, dass dies ein Wendepunkt ist”, fügte er hinzu. Maricarmen Abascal, die von allen Spaniern nur mit ihrem Vornamen genannt wird, war am Mittwoch gestorben. Die Rentnerin war nach der Zwangsräumung ihrer Wohnung am 23. September wegen Erschöpfung ins Krankenhaus eingeliefert worden. Die Zwangsräumung löste landesweite Massenproteste, ein Protestcamp im Zentrum von Madrid und schließlich die Ankündigung von Neuwahlen aus.

Zum Höhepunkt der Proteste wandte sich Maricarmen aus dem Krankenhaus an die Demonstranten. Die alte Frau war auf einer Trage aus ihrer Wohnung in Madrid geholt worden, nachdem ein Investor den Mietpreis nach Angaben des Mieterverbands um 275 Prozent auf 2650 Euro erhöht hatte. Maricarmen hatte seit mehr als 70 Jahren in ihrer Wohnung gelebt. 

Fri, 09 Oct 2026 01:18:32 GMT

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