Fußfessel statt Haftanstalt: Österreichischer Investor Benko darf in Hausarrest
Der wegen Betrugs verurteilte österreichische Investor René Benko darf das Gefängnis verlassen – mit einer Fußfessel. Ein entsprechender Antrag auf Überstellung in den elektronisch überwachten Hausarrest wurde am Mittwoch bei einer Haftprüfungsverhandlung am Innsbrucker Landesgericht bewilligt, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtete. Benkos Verteidiger geht demnach davon aus, dass sein Mandant noch diese Woche aus der Untersuchungshaft in den Hausarrest kommt.
Die österreichische Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) erklärte allerdings, den Hausarrest anfechten zu wollen: “Wir werden gegen diese Entscheidung Beschwerde einbringen”, teilte ein WKStA-Sprecher der Nachrichtenagentur AFP mit. Benko war erst im September in einem neu aufgerollten Prozess wegen Betrugs zu einer Haftstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt worden.
Zuvor wurde er bereits im Oktober 2025 schuldig gesprochen, weil er nach Überzeugung des Gerichts kurz vor der Pleite seines Signa-Konzerns Geld beiseite geschafft hatte. Wegen Konkursvergehen wurde er zudem im Dezember vergangenen Jahres zu 15 Monaten Haft auf Bewährung sowie einer Geldstrafe verurteilt. Gegen Benko und andere Signa-Manager wird zudem auch wegen weiterer Vorwürfe ermittelt. Für den Antrag auf Überstellung in den Hausarrest hatte Benkos Verteidiger laut APA nun vor allem argumentiert, dass sich sein Mandant nur außerhalb der Haftanstalt angemessen auf noch bevorstehende und komplexe Gerichtsverfahren vorbereiten könne.
Für den Hausarrest eigens angemietet worden sei nach österreichischen Medienberichten eine 60 Quadratmeter große Wohnung in Innsbruck. Benko hatte mit dem Kauf von Immobilien ein Millionenvermögen angehäuft. In Deutschland gehörten dem Unternehmer zeitweise unter anderem die Warenhauskette Galeria und das Luxuskaufhaus KaDeWe in Berlin. Dem rasanten Aufstieg folgte jedoch ein ebenso steiler Abstieg.
Hohe Baukosten, steigende Kreditzinsen und weitere Probleme führten den Handels- und Immobilienkonzern in die Insolvenz, die Ende November 2023 erklärt wurde. Im März 2024 stellte Benko Antrag auf Privatinsolvenz. Im Januar 2025 wurde er festgenommen.
Wed, 14 Oct 2026 12:25:04 GMT
