Merz: Montenegro ist “auf dem besten Weg” zu EU-Beitritt

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat einen baldigen EU-Beitritt Montenegros in Aussicht gestellt. “Montenegro ist auf dem besten Weg, der EU bald beizutreten”, sagte Merz am Donnerstag bei einer Pressekonferenz des jährlichen Gipfeltreffens des sogenannten Berlin-Prozesses in Montenegro. “Andere müssen, andere werden folgen”, fügte er hinzu. An dem Gipfeltreffen in Montenegro nahmen neben Merz weitere europäische Spitzenpolitiker und Vertreter der Westbalkanstaaten teil. Die Länder des Westbalkans gehörten zu Europa, betonte Merz, “geografisch und politisch”.

Die Region dürfe nicht zu einem Ort werden, in dem “große Mächte um Einfluss ringen”, sagte der Bundeskanzler. Es sei im Interesse aller an dem Gipfel beteiligten Länder, dass “der Weg der Staaten in der Region unumkehrbar in die Europäische Union führt”. Die EU müsse wachsen, “wenn sie auf dieser Welt ihre Souveränität behaupten will und als klarer Machtfaktor in der Welt wahrgenommen werden möchte”, sagte Merz weiter.

Zugleich hob er weiterhin bestehende Hindernisse für einen EU-Beitritt vieler Länder des Westbalkans hervor, darunter im Bereich der Rechtsstaatlichkeit. Außerdem müsste die Normalisierung der Beziehungen zwischen dem Kosovo und Serbien “dringend aus der Sackgasse herauskommen”, sagte Merz. Der österreichische Bundeskanzler Christian Stocker erklärte bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit Merz und Montenegros Regierungschef Milojko Spajic, der Berlin-Prozess habe sich bewährt. “Er hat den Westbalkan näher an die Europäische Union herangeführt”, sagte Stocker.

Deutschland hatte den Berlin-Prozess 2014 initiiert. Zum Westbalkan gehören Albanien, Bosnien und Herzegowina, das Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien. Alle sechs Staaten bewerben sich seit vielen Jahren um eine Mitgliedschaft in der EU.

Thu, 22 Oct 2026 12:14:00 GMT

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