Ein Gericht in Indonesien hat elf Erzieherinnen wegen der Misshandlung von Kleinkindern in einer Kindertagesstätte zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Sie müssen für zwei bis drei Jahre in Haft, wie ein Richter am Mittwoch in Yogyakarta auf der Insel Java urteilte. Einige Mütter der betroffenen Kinder weinten, als der Richter das Urteil verkündete. Der Fall hatte landesweit für Empörung gesorgt.
Die Polizei hatte die Erzieherinnen im April zusammen mit dem Leiter des Kindergartens und dem Vorsitzenden der betreibenden Stiftung festgenommen. Zuvor waren in Onlinenetzwerken Aufnahmen verbreitet worden, die Kinder – die meisten von ihnen waren unter zwei Jahre alt – zeigten, die nur mit Windeln bekleidet auf dem Boden lagen. Ihre Hände und Füße wurden mit Lappen gefesselt. Die Aufnahmen lösten einen Skandal aus.
Die Einrichtung wurde kurz darauf geschlossen. Die Polizei bestätigte die Echtheit der Aufnahmen und teilte mit, sie habe 20 Kinder gefunden, die in einem Raum von drei mal drei Metern zusammengepfercht waren. Die Beamten schätzten, dass mehr als die Hälfte der rund 100 Kinder in der Einrichtung misshandelt worden waren. Die Polizei gab damals an, die Erzieherinnen hätten den Beamten gesagt, sie hätten einige der Kinder gefesselt, um zu verhindern, dass diese andere stören.
Zudem sei die Einrichtung unterbesetzt gewesen. Die Mutter eines vierjährigen Jungen, der den Kindergarten besucht hatte, weinte nach der Urteilsverkündung und sagte der Nachrichtenagentur AFP: “Diese Kinder brauchen viel Therapie.” Wenn die Täter zu Haftstrafen um die zwei Jahre verurteilt würden, “ist das aus unserer Sicht als Eltern nicht fair”. Das Urteil über den Leiter des Kindergartens und den Stiftungsvorsitzenden ergeht zu einem späteren Zeitpunkt.
Wed, 28 Oct 2026 13:31:13 GMT
