Vereinzelte Schülerproteste nach Ferienende in Frankreich

Am ersten Tag nach dem Ende der Herbstferien hat es in Frankreich vereinzelt neue Protestaktionen gegeben. Nach Angaben des Bildungsministeriums waren am Montagmorgen landesweit insgesamt 41 Oberschulen blockiert. Bildungsminister Edouard Geffray rief dazu auf, insbesondere den künftigen Abiturientinnen und Abiturienten die Teilnahme an ihren Kursen zu ermöglichen. “Zehntausende in den Abschlussklassen hatten bislang nur vier, fünf Wochen Unterricht, das könnte ihr Schuljahr gefährden”, sagte Geffray dem Sender France Inter. “Man darf seine Mitschüler nicht daran hindern, ihre Kurse zu besuchen”, mahnte er.

Geffray kritisierte zudem, dass zuletzt vor allem Studierende dazu aufgerufen hätten, die  Schulblockaden fortzusetzen, obwohl sie selbst nicht betroffen seien. Frankreichs Oberstufenschüler protestieren seit Mitte September gegen Missstände an den Schulen und gegen die undurchsichtige Vergabe von Studienplätzen über eine zentrale Online-Plattform. Die Proteste weiteten sich auf weitere Bevölkerungsgruppen aus, die vor allem gegen die gestiegenen Lebenshaltungskosten protestieren. Für Donnerstag haben zahlreiche Gewerkschaften erneut zu landesweiten Streiks und Demonstrationen aufgerufen, die unter anderem Schulen sowie den Bahn- und Flugverkehr betreffen könnten.

Die Gewerkschaften haben zudem einen Demonstrationszug durch das Zentrum von Paris beantragt, den die Behörden bislang nicht genehmigten. Angesichts massiver Gewalt, Sachbeschädigung und Plünderungen an den vorherigen drei Wochenenden gilt es als wahrscheinlich, dass die Behörden lediglich eine Demonstrationsstrecke am Stadtrand erlauben. “Es ist unmöglich, dass man uns verbietet, in der Innenstadt zu demonstrieren.

Eine Demonstration ist dafür da, gesehen zu werden”, sagte Gewerkschaftschefin Sophie Binet am Montag dem Sender France 2. Landesweit seien bislang 200 Demonstrationen geplant. Zu den Forderungen zählten insbesondere höhere Löhne und Gehälter und ein Verzicht auf die derzeit von der Nationalversammlung debattierten Sparmaßnahmen im Haushaltsentwurf des kommenden Jahres. “Es herrscht eine allgemeine Wut, die sich je nach Bevölkerungsgruppe auf unterschiedliche Weise äußert, aber letztlich wehren sich alle gegen die aktuelle Situation”, sagte Caroline Chevé von der Bildungsgewerkschaft FSU. 

Mon, 02 Nov 2026 10:31:36 GMT

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