US-Medien: Neue Angriffe auf iranische Insel Keschm – Verhandlungen gehen weiter
Während Washington und Teheran nach Angaben beider Seiten weiter über ein Ende des Krieges verhandeln, haben die USA Berichten zufolge erneut Ziele im Iran angegriffen. Mehrere US-Medien berichteten unter Berufung auf Regierungsvertreter über begrenzte Angriffe auf die Insel Keschm in der Straße von Hormus. Auch die Handelsschifffahrt blieb Ziel von Angriffen: Vor der Küste Omans wurde nach indischen Regierungsangaben ein Seemann bei einem Angriff auf ein Frachtschiff getötet.
Die iranische Nachrichtenagentur Irna meldete fünf Explosionen kurz hintereinander auf Keschm. Einige Bewohner berichteten, zwei Flugzeuge am Himmel gesehen zu haben. Was die Explosionen auslöste, teilte Irna nicht mit. US-Medien zufolge bezeichneten nicht namentlich genannte Regierungsvertreter die Angriffe als Verteidigungsmaßnahmen. Dem “Wall Street Journal” zufolge hatten die USA in den vergangenen Wochen bereits mehrere begrenzte Attacken auf den Iran ausgeführt, ohne sie öffentlich bekanntzugeben.
Damit habe Washington vermeiden wollen, den Eindruck einer Wiederaufnahme umfangreicher Kampfhandlungen zu erwecken. Auch andere US-Medien wie CNN und die “New York Times” berichteten über die Angriffe. Das zuständige US-Militärkommando Centcom reagierte zunächst nicht auf eine AFP-Anfrage. In der Straße von Hormus wurde derweil erneut ein Handelsschiff angegriffen. Der unter indischer Flagge fahrende Frachter “MSV Al Jusufi” wurde nach Angaben der Regierung in Neu-Delhi vor der Küste des Oman von einem “nicht identifizierten Flugobjekt” getroffen.
Ein Besatzungsmitglied starb demnach an seinen Verletzungen, 13 weitere indische Seeleute wurden von der omanischen Küstenwache gerettet. Die britische Schifffahrtsbehörde UKMTO meldete einen weiteren Angriff vom Sonntag vor der omanischen Ortschaft Lima. Ein unbekanntes Geschoss habe ein Loch in die Steuerbordseite eines Schiffs gerissen. Die Besatzung sei in Sicherheit. Die Straße von Hormus ist für den weltweiten Öl- und Gashandel von zentraler Bedeutung.
Seit Beginn des Krieges mit Angriffen der USA und Israels auf den Iran Ende Februar hat Teheran die Meerenge weitgehend blockiert und greift dort immer wieder Schiffe an. Die USA verhängten im Gegenzug eine Seeblockade iranischer Häfen. US-Präsident Donald Trump erklärte am Montag, ein Abkommen mit dem Iran “könnte zustande kommen”. Teheran wolle “so schnell wie möglich” eine Einigung, schrieb er in seinem Onlinedienst Truth Social.
US-Vizepräsident JD Vance sprach ebenfalls von Fortschritten. Auf die Frage, ob er nach den Kongresswahlen am Dienstag erneut Angriffe auf den Iran anordnen werde, antwortete Trump am Montag mit “Nein”. Irans Außenminister Abbas Araghtschi bestätigte intensive indirekte Gespräche mit Washington und verwies auf die Vermittlung Katars und Pakistans. Irans Parlamentspräsident und Chefunterhändler Mohammed Bagher Ghalibaf erklärte am Dienstag, sein Land stehe “mit dem Finger am Abzug” zum Kampf bereit, habe den USA aber eine “starke und vernünftige Antwort” gegeben. “Der Ball liegt jetzt bei Amerika, um einen Krieg zu verhindern”, sagte er.
Teheran stellte eine Wiederöffnung der Straße von Hormus binnen zwei Tagen in Aussicht, falls Washington seine Forderungen akzeptiere. Dazu zählen ein Ende des Krieges an allen Fronten, die Freigabe iranischer Vermögenswerte, die Aufhebung von Ölsanktionen und ein Ende der US-Seeblockade iranischer Häfen.
Tue, 03 Nov 2026 09:29:08 GMT
