Trump bestätigt Angriffe auf iranische Insel – Verhandlungen dauern an

US-Präsident Donald Trump hat einen Angriff der Vereinigten Staaten auf den Iran bestätigt. Die US-Streitkräfte hätten eine iranische Luftabwehreinrichtung direkt nach ihrem Aufbau attackiert, sagte Trump dem Sender Fox News am Tag der US-Kongresswahlen. Teheran erklärte unterdessen, dass eine Wiederaufnahme des Kriegs “niemandem” etwas nütze, und sprach sich für “Dialog” aus.

Der US-Angriff erfolgte ungeachtet anhaltender Gespräche zwischen Washington und Teheran über eine Beendigung des Krieges. Das Vermittlerland Katar erklärte, es hoffe weiterhin an ein Abkommen. Mehrere US-Medien hatten unter Berufung auf Regierungsvertreter über begrenzte Angriffe auf die Insel Keschm in der Straße von Hormus berichtet. Trump bestätigte am Dienstag in einem Telefoninterview mit Fox News mit Blick auf die attackierte Luftabwehreinrichtung: “Als sie fertiggestellt war, haben wir sie vergangene Nacht sehr schön getroffen.” Es habe sich um einen “kleineren Angriff” gehandelt. Die iranische Nachrichtenagentur Irna meldete fünf Explosionen kurz hintereinander auf Keschm.

Einige Bewohner hätten berichtet, zwei Flugzeuge am Himmel gesehen zu haben. Was die Explosionen auslöste, teilte Irna nicht mit. US-Medien zufolge bezeichneten nicht namentlich genannte Regierungsvertreter die Angriffe als Verteidigungsmaßnahmen. Dem “Wall Street Journal” zufolge hatten die USA in den vergangenen Wochen bereits mehrere begrenzte Attacken auf den Iran ausgeführt, ohne dies öffentlich bekanntzugeben.

Damit habe Washington vermeiden wollen, den Eindruck einer Wiederaufnahme umfangreicher Kampfhandlungen zu erwecken. Auch andere US-Medien wie CNN und die “New York Times” berichteten über die Angriffe. Der iranische Präsident Massud Peseschkian sagte unterdessen bei einer Kabinettssitzung: “Niemand wird von diesem Krieg profitieren.” Seine Regierung sei bestrebt, “durch Dialog” eine Lösung zu finden.

Der Oberste Führer des Iran habe ihm “Befugnisse” eingeräumt, um in diesen Gesprächen “Fragen anzusprechen, die bisher als Tabu galten”, hob er hervor. Trump hatte am Montag erklärt, ein Abkommen mit dem Iran “könnte zustande kommen”. Teheran wolle “so schnell wie möglich” eine Einigung, schrieb er in seinem Onlinedienst Truth Social. US-Vizepräsident JD Vance sprach ebenfalls von Fortschritten.

Auf die Frage, ob er nach den Kongresswahlen am Dienstag erneut Angriffe auf den Iran anordnen werde, antwortete Trump am Montag mit “Nein”. Irans Außenminister Abbas Araghtschi bestätigte intensive indirekte Gespräche mit Washington und verwies auf die Vermittlung Katars und Pakistans. Irans Parlamentspräsident und Chefunterhändler Mohammed Bagher Ghalibaf erklärte am Dienstag, sein Land stehe “mit dem Finger am Abzug” zum Kampf bereit, habe den USA aber eine “starke und vernünftige Antwort” gegeben. “Der Ball liegt jetzt bei Amerika, um einen Krieg zu verhindern.”Teheran stellte eine Wiederöffnung der Straße von Hormus binnen zwei Tagen in Aussicht, falls Washington seine Forderungen akzeptiere.

Dazu zählen ein Ende des Krieges an allen Fronten, die Freigabe iranischer Vermögenswerte, die Aufhebung von Ölsanktionen und ein Ende der US-Seeblockade iranischer Häfen. Die Straße von Hormus ist für den weltweiten Öl- und Gashandel von zentraler Bedeutung. Seit Beginn des Krieges mit Angriffen der USA und Israels auf den Iran Ende Februar hat Teheran die Meerenge weitgehend blockiert und greift dort immer wieder Schiffe an.

Die USA verhängten im Gegenzug eine Seeblockade iranischer Häfen. Der Vermittler Katar teilte am Dienstag mit, beide Seiten verhandelten weiterhin engagiert. “Wir geben die Hoffnung nicht auf, dass es noch eine Chance gibt, eine Einigung zu erzielen”, sagte Außenministeriumssprecher Madsched Al Ansari vor Journalisten. Doha arbeite “am Abschluss eines Interimsabkommens”. Die diplomatischen Bemühungen waren in den vergangenen Tagen angesichts der Sorge, es könne zu einer neuen Eskalation kommen, wieder intensiviert worden.

Die katarischen Unterhändler kehrten am Montagabend nach einem dreistündigen Gespräch aus Teheran zurück, wie Al Ansari mitteilte.  

Tue, 03 Nov 2026 16:43:27 GMT

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