US-Senatswahl: Linksgerichteter Demokrat El-Sayed erklärt sich zum Sieger in Michigan

Bei den US-Kongresswahlen hat der Demokrat Abdul El-Sayed, ein prominenter Vertreter des linken Parteiflügels, seinen Sieg im Bundesstaat Michigan im Rennen um einen Sitz im US-Senat verkündet. “Michigan, wir haben es geschafft!” rief El-Sayed in der Nacht zum Mittwoch jubelnden Anhängern in Detroit zu. “Ich bin so stolz und geehrt, hier als gewählter Senator des großartigen Staats Michigan vor Euch zu stehen”.

Die US-Medien hatten El-Sayed zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht zum Sieger gegen seinen republikanischen Rivalen Mike Rogers erklärt. Sollte sich der Sieg des 42-jährigen Mediziners El-Sayed bestätigen, würde er als erster Muslim in den Senat in Washington einziehen. Er würde auf diesem Sitz die Nachfolge seines Parteikollegen Gary Peters antreten, der im Januar sein Mandat in der Kongresskammer abgibt. El Sayed, dessen Familie aus Ägypten stammt, wirbt für ein Ende der US-Hilfen für Israel, eine Krankenversicherung für alle Bürgerinnen und Bürger und die Abschaffung der umstrittenen Einwanderungsbehörde ICE.

Präsident Donald Trump nannte den bekennenden Muslim im Wahlkampf “Mohammed” und beschimpfte ihn als “Sympathisanten von Terroristen”. El-Sayed konterte und nannte Trump einen “historisch korrupten” Präsidenten. Um El-Sayeds Kandidatur war kurz vor dem Wahltag heftiger parteiinterner Streit bei den Demokraten entbrannt. Die Abgeordnete Haley Stevens stellte sich überraschend hinter El-Sayeds republikanischen Rivalen Rogers.

Stevens war El-Sayed im August in einer erbittert umkämpften Vorwahl unterlegen. Bei den Kongresswahlen am Dienstag errangen die Demokraten einen Erdrutschsieg – dies wurde klar, bevor alle Einzelergebnisse feststanden. Die Oppositionspartei entrang Trumps Republikanern ihre Mehrheiten sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat. In mindestens sieben Bundesstaaten konnten die Demokraten Senatssitze erobern, die bislang in den Händen der Republikaner waren.

So triumphierten die Demokraten auch im nordöstlichen Bundesstaat Maine, wo sich ihr Kandidat Troy Jackson gegen die langjährige Senatorin Susan Collins durchsetzte. Jackson ist ein ehemaliger Holzfäller, der erst spät in das Rennen um den Senatssitz eingestiegen war. Der frühere Anwärter der Demokraten, Graham Platner, hatte nach Vorwürfen sexueller Gewalt seine Kandidatur zurückgezogen. Die 73-jährige Collins, dienstälteste Republikanerin im Senat, gibt ihren Sitz nun nach rund 30 Jahren ab.

Wed, 04 Nov 2026 07:49:17 GMT

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