G7-Außenministertreffen ohne Angabe von Gründen von Marseille nach Paris verlegt
Ein Treffen der G7-Außenminister und der Vertreter von sechs Partnerländern ist kurzfristig von Marseille nach Paris verlegt worden. Das französische Außenministerium bestätigte den neuen Ort für das am Montag und Dienstag geplante Treffen, nannte aber keine Gründe für die Verlegung. Nach Informationen aus Delegationskreisen sollte die Verlegung dem französischen Außenminister Jean-Noël Barrot die Teilnahme am Pariser Forum für den Frieden ermöglichen, das sich einen Tag mit dem G7-Treffen überschneidet. Der Termin für das Friedensforum ist allerdings seit langem bekannt, es findet seit 2018 fast immer um den 11.
November herum statt, dem Gedenktag zum Ende des Ersten Weltkriegs. Möglicherweise spielten bei der Ortsänderung auch Sicherheitsbedenken eine Rolle. In Frankreich kommt es seit Wochen immer wieder zu Demonstrationen und Ausschreitungen, wobei sich mehrere Protestbewegungen überlappen. Marseille war neben Paris an mehreren Wochenenden im Oktober von gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Randalierern und Polizisten sowie von Sachbeschädigungen und Plünderungen betroffen. Zum G7-Treffen werden neben Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) auch dessen Amtskollegen aus den USA, Kanada, Großbritannien, Italien und Japan erwartet.
Zu den Partnerländern zählen Saudi-Arabien, Ägypten, Südkorea, Kenia, Brasilien und die Ukraine. Auf der Tagesordnung stehen die globalen Konflikte. Mit Spannung wird die außenpolitische Positionierung der USA nach der Wahlniederlage der Republikaner bei den Zwischenwahlen zum Kongress in den USA erwartet. Es ist das zweite Mal, dass die G7-Außenminister in diesem Jahr zusammentreffen. Die französische G7-Ratspräsidentschaft endet zum Jahresende, der Vorsitz geht turnusgemäß an die USA.
Thu, 05 Nov 2026 11:06:54 GMT
