Papst Leo XIV. beginnt Südamerika-Reise in Uruguay
Beginn seines elftägigen Besuchs in Südamerika: Papst Leo XIV. ist am Freitag in der uruguayischen Hauptstadt Montevideo gelandet und von Präsident Yamandú Orsi empfangen worden, wie mitreisende Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten. In einer Rede auf dem zentralen Platz Plaza Independencia appellierte der Pontifex für ein öffentliches Gesundheitswesen. In der Kathedrale von Montevideo sollte er anschließend ein Abendgebet mit Bischöfen, Priestern und Ordensleuten feiern.
Leo XIV. absolviert seine Südamerika-Visite nur rund dreieinhalb Wochen, nachdem ihm bei einer Operation ein bösartiger Tumor an der Lunge entfernt worden ist. Trotz des Eingriffs hielt der 71-Jährige an seinen Reiseplänen fest. Die Südamerika-Reise ist mit erheblichen Strapazen verbunden, unter anderem wird der Papst zwölf Flugreisen und zwei Hubschrauberflüge absolvieren. Mehr als 50 Veranstaltungen sind geplant, darunter Freiluftmessen, Treffen mit Indigenen im Amazonasgebiet und Begegnungen mit älteren Menschen, Armen und Opfern von sexuellem Missbrauch durch Kirchenvertreter.
Nach Angaben des Vatikans sind für die Reise keinerlei zusätzliche medizinische Vorsichtsmaßnahmen eingeplant. Auf dem Flug nach Uruguay sagte der Pontifex, er fühle sich nach dem Eingriff an der Lunge in “recht guter Verfassung”. Er sei “sehr glücklich, hier zu sein” und wolle eine “Botschaft der Hoffnung in der heutigen Welt” überbringen. Nach seiner Ankunft am Flughafen fuhr Leo XIV. mit seinem Papamobil die Uferpromenade von Montevideo entlang, die von tausenden Gläubigen gesäumt war.
Die Menschenmengen waren in Lateinamerikas säkularstem Land im Vergleich zu Leos jüngsten Besuchen in Frankreich und Spanien jedoch überschaubar. Auf dem zentralen Platz Plaza Independencia beklagte der Papst die hohen Selbstmordraten Uruguays – die zu den höchsten der Welt zählen – und forderte, dass das Gesundheitswesen “für alle zugänglich” sein müsse. Die Behandlung, die er nach seiner Lungenkrebsdiagnose erhalten hatte, habe ihn an die “vielen Männer und Frauen” denken lassen, denen die Mittel für eine rechtzeitige Diagnose oder eine Therapie fehlen, sagte er.
Der überzeugte Umweltschützer lobte außerdem die “bemerkenswerte” Leistung des kleinen Landes bei der Ökologisierung seiner Wirtschaft, die größtenteils auf erneuerbaren Energien basiert. Nach seinem Aufenthalt in Uruguay reist der Papst am Sonntag nach Argentinien weiter. Von Mittwochabend bis Montag besucht er schließlich Peru, seine frühere Wahlheimat, in der er rund zwei Jahrzehnte lang als Missionar und Bischof tätig war.
In Peru ist im Vorfeld des Besuchs von Leo XIV. das Papst-Fieber ausgebrochen. In der Hauptstadt Lima verkauften Händler T‑Shirts und Rosenkränze mit dem Bild des Pontifex, während in Bäckereien Leo‑Brot angeboten wurde. Im Hafen von Callao, den der Papst besuchen wird, ist außerdem eine 14 Meter hohe Leo-Statue errichtet worden. Für Uruguay und Argentinien ist es der erste Papstbesuch seit fast 40 Jahren.
Johannes Paul II. war 1987 nach Argentinien gereist und hatte ein Jahr später Uruguay besucht. Papst Franziskus wurde 2018 in Peru empfangen. Auf einen Besuch in seiner Heimat hatte der 2025 verstorbene Vorgänger von Leo XIV. zur Enttäuschung der Gläubigen in Argentinien während seines Pontifikats dagegen verzichtet.
Sat, 07 Nov 2026 00:52:31 GMT
