Anschlagsplan gegen Taylor-Swift-Konzert in Wien: Urteil erwartet

Drei ausverkaufte Taylor-Swift-Konzerte in Wien waren im August 2024 aus Sicherheitsgründen abgesagt worden – nun werden die Geschworenen im Prozess um einen geplanten islamistischen Anschlag auf ein Konzert des US-Megastars das Urteil sprechen. Der 21-jährige Angeklagte Beran A. hatte sich in dem seit April laufenden Prozess weitgehend schuldig bekannt. Er war nach einer Warnung aus den USA einen Tag vor dem geplanten Anschlag festgenommen worden. Ihm drohen bis zu 20 Jahre Haft. Der Österreicher Beran A. wurde am Donnerstag von vermummten Polizisten ins Landesgericht Wiener Neustadt in der Nähe der österreichischen Hauptstadt geführt.

Zwei Sachverständige erklärten, sie hätten bei ihm keine Anzeichen für eine ernsthafte psychologische Erkrankung festgestellt. Nach den Schlussworten von Staatsanwaltschaft und Verteidigung soll sich die Jury zu Beratungen zurückziehen. Mit einem Urteil wurde am Abend gerechnet. Zu den drei Auftritten der Sängerin im Rahmen ihrer “Eras”-Welttournee waren in Wien mehr als 170.000 Zuschauer erwartet worden.

Nachdem die österreichischen Behörden mit Hilfe von US-Geheimdiensten die Anschlagspläne aufgedeckt hatten, wurden die Konzerte abgesagt. Beran A. hatte zum Auftakt des Prozesses ein weitgehendes Schuldbekenntnis abgelegt und in allen Anklagepunkten bis auf den des versuchten Mordes auf schuldig plädiert. A. gab zu, einen Anschlag auf ein Swift-Konzert im Wiener Ernst-Happel-Stadion geplant zu haben und berichtete, wie er Instruktionen von der Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) erhalten habe, der er seit 2023 angehört habe. Zudem schilderte er, wie er vergeblich versucht habe, eine Bombe zu bauen.

Laut Anklage soll es sich um eine für den IS typischen Splitterbombe gehandelt haben. Mit Beran A. steht der ebenfalls 21 Jahre alte Arda K. vor Gericht. Laut Anklage hatten die beiden mit einem dritten Mann, dem in Saudi-Arabien inhaftierten Hasan E., eine IS-Terrorzelle gebildet und planten bereits Ende 2023 zeitgleiche Anschläge in Mekka, Istanbul und Dubai im Namen des IS. Demnach planten sie, am 11.

März 2024 zeitgleich Polizisten oder Sicherheitsleute anzugreifen. Beran A. sagte vor Gericht aus, er sei nach Dubai gereist und habe zwei Messer gekauft mit dem Ziel, Sicherheitskräfte anzugreifen. Im entscheidenden Moment habe ihn jedoch die “Panik” überkommen und er habe seinen Plan aufgegeben. Der 21-Jährige sagte, er sei überzeugt gewesen, “den Dschihad machen” zu müssen, aber er habe “Angst” gehabt, “zu sterben”.

Während Beran A. und Arda K. unverrichteter Dinge aus Dubai und Istanbul zurückkehrten, stach Hasan E. vor der Al-Haram-Moschee in Mekka einem Sicherheitsbeamten ein Messer in den Hals und verletzte vier weitere Menschen, ehe er überwältigt und inhaftiert wurde. 

Thu, 28 May 2026 10:15:42 GMT

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