Anwälte: US-Todeskandidatin Pike wird nach fehlgeschlagener Hinrichtung beatmet
Nach ihrer missglückten Hinrichtung liegt die US-Todeskandidatin Christa Pike bewusstlos in einem Krankenhaus und wird künstlich beatmet. Das teilten die Anwälte der 50-Jährigen, die zuvor zwei Giftspritzen überlebt hatte, in am Freitag veröffentlichten Gerichtsdokumenten mit. Pike befinde sich “seit Donnerstagabend weiterhin in Lebensgefahr und wird in einem Krankenhaus im Raum Nashville behandelt”, erklärte der Rechtsanwalt Luke Ihnen. Die Ärzte kämpften darum, ihr Leben zu retten, nachdem sie mit “geschwollenen, verbrannten und mit Blasen übersäten” Armen eingeliefert worden sei, teilte der Anwalt mit. Pike sollte am Mittwochabend im US-Bundesstaat Tennessee als erste Frau seit mehr als 200 Jahren hingerichtet werden.
Mehrere Augenzeugen berichteten, dass Pike nach dem Verabreichen einer ersten Giftspritze weiter atmete. Danach wurde ihr eine zweite Spritze mit dem starken Schlafmittel Pentobarbital verabreicht, welches das Atemzentrum lähmen soll und das in Deutschland fast nur noch zum Einschläfern von Tieren verwendet wird. Pikes Anwälte kritisierten den Ablauf der Hinrichtung scharf. Menschenrechtsorganisationen bekräftigte ihre Forderungen nach einer Abschaffung der Todesstrafe. Pike hatte 1995 gemeinsam mit ihrem Freund ihre 19-jährige Klassenkameradin Colleen Slemmer geschlagen und getötet und wurde deshalb wegen Mordes verurteilt. Slemmers Mutter May Martinez sagte dem örtlichen Sender WJXX, der Staat schulde ihr “eine aufrichtige Entschuldigung”, nachdem die Hinrichtung, bei der sie anwesend war, scheiterte. “Alles, was ich wollte, war Gerechtigkeit”, sagte Martinez, die in Florida lebt und einen Spendenaufruf gestartet hatte, um das Geld für die Reise zusammenzubekommen. In den USA sind seit 1976 nur 18 Frauen hingerichtet worden.
Die meisten Todeskandidaten sind Männer.
Fri, 02 Oct 2026 23:59:28 GMT
