Ausgesetzte französische Kinder in Portugal: Justiz ermittelt

Zwei in Portugal aufgefundene Kleinkinder aus Frankreich wurden vermutlich von ihrer Mutter ausgesetzt. Die Staatsanwaltschaft in Colmar leitete am Donnerstag Ermittlungen wegen des Aussetzens Minderjähriger ein. Die in Colmar ansässige Mutter der beiden Jungen im Alter von drei und fünf Jahren sei spurlos verschwunden und werde “intensiv gesucht”, sagte Staatsanwalt Jean Richert der Nachrichtenagentur AFP. Der Vater der beiden Kinder, der von der Mutter getrennt ist, habe sich nach den Berichten über das Auffinden der Kinder spontan bei der Polizei gemeldet und Anzeige wegen Kindesentzugs erstattet, fügte Richert hinzu.

Die Familie der 41 Jahre alten Frau hatte deren Verschwinden bereits am 11. Mai gemeldet. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft konnte ihr Weg von Frankreich über Spanien nach Portugal nachverfolgt werden. Es habe jedoch keinen Kontakt zu ihr gegeben. In Portugal leitete die Staatsanwaltschaft ebenfalls Ermittlungen ein. Die beiden Jungen befänden sich derzeit zur Beobachtung in einem Krankenhaus, teilte die Staatsanwaltschaft in Lissabon mit.

Nach ersten Ermittlungsergebnissen hatten die Mutter der Kinder und ihr neuer Lebensgefährte die Kinder mit einem Auto in den Wald gefahren. Dort hätten sie ihnen die Augen verbunden und ihnen gesagt, sie sollten ein Spielzeug suchen, während sie mit dem Auto wieder davonfuhren. Ein portugiesisches Paar fand die beiden Kinder, als sie weinend am Rand einer Landstraße entlangliefen. Sie konnten mit Hilfe einer französischen Freundin am Telefon mit den beiden sprechen und verständigten die Polizei.

Die beiden Kinder hatten Rucksäcke mit Wasser, Keksen und Kleidung, jedoch keine Ausweispapiere bei sich.

Thu, 21 May 2026 11:41:47 GMT

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