Der kanadisch-haitianische Autor Thélyson Orélien hat Vorwürfe der KI-Nutzung beim Schreiben seines jüngsten Romans zurückgewiesen, zugleich aber Plagiate in früheren Texten eingeräumt. “Kein Satz dieses Buchs wurde von einer Maschine geschaffen”, erklärte Orélien in einer der AFP am Dienstag übermittelten Stellungnahme. Es ist das erste Mal, dass er sich ausführlich zu den Vorwürfen äußert, die seinen Bestseller “C’était ça ou mourir” betreffen. Der Roman war wegen der Vorwürfe von der Auswahlliste für den renommierten französischen Literaturpreis Prix Goncourt gestrichen worden.
Mehrere Wissenschaftler und Journalisten seien bei Analysen zu dem Schluss gekommen, dass der Roman “allem Anschein nach sehr weitgehend das Produkt einer KI” sei, erklärte die Académie Goncourt dazu.”Diesen Roman habe ich selbst geschrieben. Er stammt aus meinen Wunden und denen der anderen Migranten, den Wunden des Exils, die nicht heilen”, betonte Orélien nun. Er habe lediglich Übersetzungshilfen benutzt.
Zugleich räumte er ein, dass er in früheren Zeiten Texte anderer Autoren abgekupfert habe. Dies seien “inakzeptable Fehler”, erklärte er. “Ich war knapp über 20 Jahre alt und wohl zu ungeduldig”, schrieb er. Die Bewunderung für andere Schriftsteller rechtfertige es nicht, “mir Texte zuzuschreiben, die nicht meine eigenen sind”, betonte er. Die kanadische Zeitung “La Presse” hatte im September berichtet, dass eine 2013 veröffentlichte Kolumne von Orélien fast vollständig eine leicht überarbeitete Übersetzung eines wenige Tage zuvor erschienenen Beitrags einer philippinischen Zeitung gewesen sei.
Der kanadische Verlag brach daraufhin Oréliens Werbetour für sein jüngstes Buch ab.
Tue, 13 Oct 2026 14:59:35 GMT
