Britische Abgeordnete warnen vor Brand “wie bei Notre-Dame” ohne Westminster-Sanierung
Es drohe ein Brand “wie bei Notre-Dame” oder eine andere Katastrophe: Mit einem dramatischen Vergleich haben britische Abgeordnete davor gewarnt, die Sanierung des jahrhundertealten Parlamentsgebäudes Westminster Palace weiter aufzuschieben. Die Verzögerung führe zu steigenden Kosten und berge die Gefahr eines “katastrophalen Störfalls”, der der “Moral und dem Ansehen” Großbritanniens schweren Schaden zufügen würde, erklärte der Haushaltsausschuss des Parlaments am Mittwoch.
Sollte die dringend notwendige Sanierung weiter aufgeschoben werden, bestehe beispielsweise die Gefahr, “dass der Plenarsaal während der feierlichen Eröffnung des Parlaments in Dunkelheit versinkt”, sagte der Ausschussvorsitzende Geoffrey Clifton-Brown. Auch ein verheerendes Feuer sei möglich: “Stellen Sie sich die Auswirkungen vor, wenn weltweit in den Nachrichten Bilder von Flammen wie bei Notre-Dame zu sehen wären, die aus dem Dach des Gebäudes aufsteigen und zur Zerstörung unseres kulturellen Erbes oder, noch schlimmer, zu Verletzungen oder Todesfällen führen würden”, fuhr Clifton-Brown fort.
Dies seien “keine hypothetischen Möglichkeiten, sondern reale und wachsende Gefahren”. Teile des Westminster Palace sind mehr als 900 Jahre alt. Der größte Teil des Geländes im Zentrum Londons, einschließlich des Uhrenturms Big Ben, wurde im 19. Jahrhundert erbaut. Zu den Problemen in dem Parlamentssitz gehören bröckelndes Mauerwerk, veraltete Elektrik und eine hohe Asbestbelastung.
Für die Sanierung des Palasts, der zum Unesco-Weltkulturerbe gehört, sind Milliardensummen erforderlich. Für ein Szenario, in dem beide Parlamentskammern das Gebäude für den größten Teil der Sanierungsarbeiten verlassen müssten, werden rund 15,6 Milliarden Pfund (18,7 Milliarden Euro) und 24 Jahre Dauer veranschlagt. Ein weiteres Szenario, bei dem knapp ein Drittel der Mitarbeiter vor Ort bleiben könnte, soll sogar 39 Milliarden Pfund kosten und bis zu 61 Jahre dauern.
Die Abgeordneten sind seit Jahren nicht in der Lage, sich auf das weitere Vorgehen zu verständigen. Unterdessen steigen die Unterhaltungskosten des baufälligen Gebäudes weiter an. Jedes Jahr, um das die Sanierung verzögert wird, würde die Kosten um weitere 420 Millionen Euro erhöhen, warnte der Haushaltsausschuss.
Wed, 04 Nov 2026 15:19:48 GMT
