Die Bundesregierung hat den Vorstoß der jemenitischen Huthi-Miliz am Roten Meer verurteilt. Meldungen unter anderem über die Einnahme einer Hafenstadt seien “besorgniserregend”, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Freitag in Berlin. Dass die Huthis neben dem Iran seit Wochen versuchten, die internationale Schifffahrt “in Geiselhaft zu nehmen, auf Energieanlagen in Saudi-Arabien zielen und nun auch die Regierung Jemens ins Visier nehmen, das verurteilen wir.””Bei zunehmender Kontrolle der Huthis über diesen Seeweg drohen dann natürlich weitere Einschränkungen von Öl- und auch LNG-Lieferungen aus der Region”, sagte der Sprecher weiter.
Er verwies auf die damit verbundenen möglichen “negativen Auswirkungen für die Versorgungslage auf dem Weltmarkt”. Die pro-iranische Huthi-Miliz hat nach Angaben eines örtlichen Regierungsvertreters nun auch eine Insel in der Meerenge Bab al-Mandab eingenommen. Damit übernahm sie die Kontrolle über das Gebiet um die wichtige Schifffahrtsstraße ins Rote Meer. Ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums konnte auf Anhieb nicht sagen, wie viel Öl und Gas für Deutschland durch die Meerenge transportiert wird.
Der Außenamtssprecher verwies darauf, dass die Ölproduktion in Saudi-Arabien schon zuletzt wegen der Konflikte in der Region zurückgegangen ist. So habe Saudi-Arabien am Donnerstag an die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) für August nur noch eine eigene Produktion von ungefähr sechs Millionen Barrel pro Tag gemeldet. Dies sei “der niedrigste Stand seit 1990”. Deutschland unterstütze die legitime Regierung im Jemen, betonte der Sprecher.
Diese wolle sich auch “anders als die Huthis um Fortschritt und Entwicklung ihrer Bevölkerung kümmern”. Außenminister Johann Wadephul (CDU) habe zur Lage in der Region am Sonntag auch mit seinem saudiarabischen Amtskollegen gesprochen “und Saudi-Arabien Deutschlands Solidarität versichert”. Berlin werde “den Austausch dazu im strategischen Dialog mit der saudischen Seite fortführen.” Auch mit der jemenitischen Regierung stehe Deutschland “natürlich im Austausch dazu”.
Fri, 11 Sep 2026 10:44:45 GMT
