Ex-Prinz Andrew ficht vor Gericht Hausdurchsuchungen an

Die vorübergehende Festnahme des früheren britischen Prinzen Andrew hatte im Februar weltweit für Schlagzeilen gesorgt – nun ficht der Bruder von König Charles III. vor Gericht die damit verbundenen Hausdurchsuchungen an. Der 66-Jährige habe die nachträgliche Aufhebung der Durchsuchungsbeschlüsse beantragt, teilte die britische Justiz am Montag mit. Die Ermittlungen stehen im Zusammenhang mit den Beziehungen von Andrew zum US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.

Im Rahmen ihrer Ermittlungen hatte die Polizei Durchsuchungsbeschlüsse für das Anwesen von Andrew Mountbatten-Windsor im englischen Sandringham und seine frühere königliche Lodge in Windsor erwirkt. Am 19. Februar – seinem Geburtstag – wurde der Bruder des Königs in Sandringham festgenommen. Er kam noch am selben Tag wieder frei, die Untersuchungen dauern aber an. Bei den Ermittlungen geht es um mutmaßlichen Amtsmissbrauch.

Andrew weist alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück. Zu der nun von ihn beantragten Rücknahme der Durchsuchungsbeschlüsse soll es nach Justizangaben am Donnerstag eine nicht-öffentliche Anhörung vor einem Gericht in London geben. Die zuständige Polizei erklärte, dass die Ermittlungen wegen Amtsmissbrauchs weiter andauerten. “Da dieses Verfahren derzeit noch läuft, wäre es unangemessen, wenn wir uns weiter äußern würden”, hieß es.

Bei den Ermittlungen geht es um Hinweise, dass Andrew in seiner Zeit als britischer Handelsgesandter möglicherweise vertrauliche Berichte an Epstein weitergab. In einer in den Epstein-Akten enthaltenen E-Mail vom November 2010 hatte er dem US-Investor offenbar nach einer dienstlichen Asien-Reise Berichte über mehrere von ihm besuchte Länder übermittelt. Zudem soll er Epstein Hinweise zu möglichen Investitionsobjekten gegeben haben, die er auf seiner Reise gesammelt hatte.

Andrew war von 2001 bis 2011 als britischer Handelsgesandter in der Welt unterwegs. Handelsgesandte sind laut offiziellen Richtlinien zur Verschwiegenheit über im Zusammenhang mit ihren Reisen erlangte Informationen verpflichtet. Bei Fehlverhalten im öffentlichen Amt droht in Großbritannien nach Angaben der Staatsanwaltschaft bis zu lebenslange Haft. Charles III. hatte seinem Bruder wegen des Epstein-Skandals bereits Ende vergangenen Jahres alle Titel und Ehren entzogen, nachdem posthum die Memoiren des Epstein-Opfers Virginia Giuffre erschienen waren.

Die US-Australierin hatte sich im April vergangenen Jahres mit 41 Jahren das Leben genommen. In ihren einige Monate später veröffentlichten Memoiren erneuerte Giuffre detailliert ihren Vorwurf, der damalige Prinz Andrew habe Sex mit ihr gehabt, als sie erst 17 Jahre alt war. Andrew weist auch diese Vorwürfe zurück. 

Mon, 05 Oct 2026 09:45:57 GMT

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