Wegen der extremen Klimabedingungen darf Champagner aus der diesjährigen Weinlese ausnahmsweise mehr als 13 Prozent Alkohol enthalten. Eine entsprechende Ausnahmegenehmigung für alle Champagnerwinzer wurde am Mittwoch im französischen Amtsblatt veröffentlicht. Üblicherweise hat Champagner höchstens zwölf Prozent Alkohol. Die Bedingungen waren in diesem Jahr weit von Durchschnittswerten der vergangenen Jahre abgewichen: Es gab intensiven Frost im Frühjahr, eine sehr frühe Blüte und fünf teils extreme Hitzewellen im Sommer.
Daher begann die Weinlese auch früher als je zuvor, für einige Winzer bereits am 6. August, für die meisten von ihnen am 17. August – rund zwei Wochen eher als im vergangenen Jahr, in dem die Weinlese bereits vergleichsweise früh begann. Pro Hektar wurden etwa 7000 Kilo Trauben geerntet. Im vergangenen Jahr waren es knapp 10.000 Kilo. Diese sind nach Einschätzung des Branchenverbandes aber von besonderer Qualität, insbesondere wegen der Hitzewellen.
Champagner wird in den meisten Fällen aus verschiedenen Jahrgängen verschnitten. Die Erlaubnis zu einem erhöhten Alkoholgehalt gelte nur “ausnahmsweise und aufgrund der klimatischen Bedingungen des Sommers 2026, der durch Hitzewellen und außergewöhnliche Trockenheit gekennzeichnet war”, heißt es im Amtsblatt. Dies habe bei den Trauben der diesjährigen Weinlese zu besonders hohem potenziellem Alkoholgehalt geführt.
Der Branchenverband Comité Champagne hatte Anfang September bereits eine befristete Ausnahmegenehmigung erhalten, Weine mit bis zu 15 Prozent Alkohol zu erzeugen. Es sei damit zu rechnen, dass die klimatischen Bedingungen die neue Norm werden könnten, hatte der Verband betont.
Wed, 28 Oct 2026 11:20:54 GMT
