Fähre vor Küste Guyanas gekentert: 67 Menschen gerettet und Dutzende vermisst

Nach dem Kentern einer Fähre vor der Küste Guyanas mit mehr als hundert Menschen an Bord sind zu Wochenbeginn weiterhin dutzende Menschen vermisst worden. 67 Menschen hätten das Unglück überlebt und seien gerettet worden, darunter 15 Kinder, sagte der Infrastrukturminister des südamerikanischen Landes, Juan Edghill, am Sonntag. Die Suche nach den Vermissten dauerte am Montag an. Das Schiff “MV Barima” war am Samstagnachmittag aus der Hauptstadt Georgetown ausgelaufen, Ziel war Port Kaituma in der ölreichen Region Essequibo im Westen des Landes.

Die Fähre sollte zunächst an der Atlantikküste entlangfahren und dann flussaufwärts zu dem im Dschungel gelegenen Ort Port Kaituma fahren. Mindestens zwei Menschen – ein Mann und eine Frau – wurden bis Sonntag tot geborgen. Edghill zufolge standen 133 Namen von Passagieren und Besatzungsmitgliedern auf einer Liste des Schiffes. Dies entspreche jedoch nicht der tatsächlichen Zahl der Menschen an Bord, sagte der Minister auf einer Pressekonferenz.

Er forderte die Öffentlichkeit und Angehörige auf, die Behörden zu kontaktieren, um eine korrekte Liste erstellen zu können. Ersten Ermittlungsergebnissen zufolge habe eine große Welle die Fähre zum Kentern gebracht, sagte Edghill in einem im Onlinedienst Facebook veröffentlichten Video. Nach Angaben von Premierminister Mark Philipps wurden der Kapitän und der Steuermann des Schiffes gerettet.

Sie seien anschließend zur Unglücksstelle zurückgekehrt, um bei dem Rettungseinsatz zu helfen, teilte der Regierungschef mit. Später gab er die Einleitung von Ermittlungen bekannt. Zwei Besatzungsmitglieder seien positiv auf Cannabis getestet worden, erklärte er. Nach Angaben von Infrastrukturminister Edghill setzte die Besatzung am Samstag gegen 23.00 Uhr Ortszeit einen Notruf ab. Daraufhin hätten staatliche und private Teams Rettungsmaßnahmen eingeleitet.

Das Schiff war mit 250 Schwimmwesten, zwei Rettungsbooten und sechs aufblasbaren Rettungsinseln ausgestattet. Laut der Ortungs-Website “Vesselfinder” wurde die Fähre 1939 gebaut und war somit seit 87 Jahren im Einsatz. Zum Zeitpunkt des Unglücks hätten alle an Bord geschlafen, sagte der 18-jährige Überlebende Wayne Kitson der örtlichen Nachrichtenplattform “Kiskadee Watch”.

Er selbst sei vor seiner Rettung “von 22.00 Uhr bis 4.00 Uhr” im Meer geschwommen und bange nun um das Leben seiner Frau und seiner Tochter. Unter den von den Einsatzkräften geretteten Menschen waren laut Regierungschef Phillips sowohl Passagiere als auch Besatzungsmitglieder. “Wir geben die Hoffnung nicht auf, alle Personen an Bord zu finden”, sagte Minister Edghill. Es sei aber noch zu früh, um endgültige Aussagen zu treffen.

In Guyana leben gerade einmal eine Million Menschen. Das Schiffsunglück ist für das kleine englischsprachige Land in Südamerika eine große Tragödie.

Mon, 20 Jul 2026 13:30:37 GMT

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