Getötete elfjährige Lyhanna in Frankreich: DNA des Verdächtigen am Körper gefunden

Im Fall der vergewaltigten und getöteten elf Jahre alten Lyhanna in Frankreich haben die Ermittler bei der Obduktion DNA-Spuren des Verdächtigen am Körper des Opfers gefunden. Das Mädchen sei mit Klebeband geknebelt worden und habe Blutergüsse gehabt, insbesondere an der linken Schläfe, hieß es am Freitag in Ermittlerkreisen. Die Todesursache wurde noch nicht formell festgestellt. Der Fall hatte in Frankreich für Empörung gesorgt, da gegen den Verdächtigen seit 2025 eine Anzeige wegen Vergewaltigung einer Minderjährigen vorlag und er nicht einmal verhört worden war.

Ein früheres Ermittlungsverfahren wegen Vergewaltigung Minderjähriger war eingestellt worden. Mehrere weitere Hinweise auf sexuelle Übergriffe blieben folgenlos. Die Leiche des Mädchens war am 4. Juni sechs Tage nach seinem Verschwinden in einem Getreidesilo gefunden worden. Sie war das letzte Mal auf Bildern einer Überwachungskamera im Auto des 41 Jahre alten Jérôme B. gesehen worden, dem Vater einer Freundin. Jérôme B. wurde zunächst wegen des Verdachts auf Entführung festgenommen.

Er sitzt in Untersuchungshaft und verweigert die Aussage. Es wird damit gerechnet, dass die Ermittlungen gegen ihn im Licht der Obduktionsergebnisse ausgeweitet werden. Nach seiner Festnahme wurden weitere Missbrauchsvorwürfe bekannt. Präsident Emmanuel Macron und mehrere Minister räumten gravierende Missstände im Justizsystem ein. Dessen ungeachtet ist Justizminister Gérald Darmanin bislang weiter im Amt.

Die französische Regierung will wegen des Falls Lyhanna ein ohnehin geplantes Kinderschutzgesetz ergänzen. Vorgesehen sind etwa härtere Strafen für Serientäter und die Vorschrift, bei Missbrauchsverdacht innerhalb von drei Monaten Ermittlungen aufzunehmen. 

Fri, 19 Jun 2026 13:13:58 GMT

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