Größter Taifun seit Jahrzehnten rast auf Taiwan zu – 15 Tote auf den Philippinen
Auf Taiwan zieht nach Angaben des staatlichen Wetterdienstes der größte Taifun seit Jahrzehnten zu. Ausläufer des Wirbelsturms “Bavi”, der Starkregen und Windböen von fast 200 Stundenkilometern mit sich bringt, lösten auf den Philippinen nach Polizeiangaben am Freitag bereits Erdrutsche aus, bei denen 15 Menschen ums Leben kamen. In Taiwan wurden mehr als 2000 Menschen evakuiert, viele Schulen und Geschäfte blieben geschlossen.
Auch China wappnet sich für den Taifun.”Bavi” hat den Angaben zufolge eine Spannweite von rund 380 Kilometern. Damit ist er der größte Taifun, der Taiwan seit mehr als 30 Jahren trifft. Er wird den Vorhersagen zufolge bis einschließlich Samstag im Norden und Osten Taiwans sowie auf abgelegenen Inseln im Südwesten Japans wüten, bevor er das in dieser Woche schon von mehreren Unwettern heimgesuchte China erreicht.
Auf den Philippinen lösten von “Bavi” verstärkte Regenfälle zwei Erdrutsche auf der südlichen Insel Mindanao aus. Mindestens 15 Menschen kamen dabei nach Angaben der Behörden ums Leben. In Taiwan wird den Vorhersagen zufolge die Hafenstadt Keelung besonders stark betroffen sein. Die Menschen deckten sich dort mit Lebensmitteln ein, klebten ihre Fenster ab und stapelten Sandsäcke vor Eingängen von Häusern und Geschäften. “Wir haben uns mit Instantnudeln, Brot und solchen Sachen eingedeckt”, berichtete der Ladenbesitzer Chang Shih-huo. “Sobald es mit Wind und Regen richtig losgeht, müssen wir den Laden aber schließen.””Wir sind besorgt”, sagte auch Samuel Fu, der in einer Nudelküche im Küstenbezirk Bali in Neu-Taipeh in der Nähe der Hauptstadt Taipeh arbeitet. “Das ist das erste Mal, dass wir einen so heftigen Taifun erleben, seit wir den Laden eröffnet haben.”Nachdem “Bavi” am Montag noch als Supertaifun die US-Außengebiete Guam und die Nördlichen Marianen im Pazifik getroffen hatte, wurde er zwar zu einem Taifun herabgestuft.
Auf Taiwan zog er nach Angaben des Wetteramtes am Freitag aber imnmer noch mit Windgeschwindigkeiten von 155 Stundenkilometern zu, teilweise wurden demnach Böen von 190 Stundenkilometern gemessen.”Die größten Auswirkungen werden in Taipei, Neu-Taipeh, Keelung und Yilan erwartet”, warnte der Wetterdienst. Mit bis zu einem Meter Regen werden die heftigsten Niederschläge in den Bergen in Zentral- und Nordtaiwan erwartet.
Befürchtet werden Überflutungen und Erdrutsche. Hunderte Flüge wurden gestrichen. Im Norden und Osten Taiwans blieben am Freitag Schulen, Büros und Geschäfte geschlossen, auch in Taipeh. Mehr als 2000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen, vor allem in der Bergregion Hualien im Osten, wo die Behörden wegen möglicher Dammbrüche zwei Staudämme überwachen. Taiwans Präsident Lai Ching-te rief die Menschen zu “höchster Alarmbereitschaft” auf.
Mehr als 28.000 Soldaten hielten sich für Notfälle bereit. In Japan wurden auf den abgelegenen Sakashima-Inseln ebenfalls Schulen und Büros geschlossen. Der japanische Wetterdienst warnte insbesondere vor hohen Wellen, Stürmen und Erdrutschen. Am Wochenende wird “Bavi” dann voraussichtlich auch den Osten Chinas erreichen. In dieser Woche hatten Unwetter bereits im Süden und im Zentrum Chinas schwere Verwüstungen angerichtet: 39 Menschen kamen durch die Überschwemmungen ums Leben, allein 26 Menschen starben nach dem Bruch eines Staudamms.
Fri, 10 Jul 2026 09:39:33 GMT
