Gruppenvergewaltigung an US-Uni: Fakultät spricht Uni-Leitung ihr Misstrauen aus
Wegen des Umgangs mit der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung an der Cornell-Universität im US-Bundesstaat New York haben Mitglieder der Fakultät der Leitung der Elitehochschule ihr Misstrauen ausgesprochen. Die Fakultät habe “kein Vertrauen in die Fähigkeit der zentralen Verwaltung, die anhaltende Krise im Zusammenhang mit sexuellen Übergriffen an der Cornell University wirksam anzugehen”, hieß es in einer am Freitag (Ortszeit) mit klarer Mehrheit verabschiedeten Entschließung.
Die Entschließung ist nicht bindend, hat jedoch eine hohe symbolische Bedeutung. Kritiker werfen der Führung der renommierten Hochschule vor, nach dem Vorfall zu nachsichtig mit den Verdächtigen umgegangen zu sein. Der Fall hatte im vergangenen Monat zu Demonstrationen in mehreren US-Städten geführt. Eine frühere Studentin der Cornell-Universität hatte angegeben, im Oktober 2024 von Mitgliedern der Studentenverbindung Chi Phi zur Einnahme des Narkosemittels Ketamin gedrängt und von sieben Mitgliedern der Verbindung sexuell missbraucht und vergewaltigt worden zu sein.
Die zuständige Staatsanwaltschaft entschied damals, die Verdächtigen nicht vor Gericht zu stellen. Die Cornell-Universität verbot die Studentenverbindung nach den Vorwürfen, verwies aber nur einige der Beteiligten der Hochschule. Nach einer Zivilklage des mutmaßlichen Opfers gegen die Universität im September nahm die Bezirksstaatsanwaltschaft die Ermittlungen in dem Fall wieder auf. Die Universität gab eine unabhängige Untersuchung ihres Umgangs mit dem Fall in Auftrag.
Der Präsident der Universität setzte als eine von mehreren vorläufigen Maßnahmen Feiern von Studentenverbindungsfeiern auf dem Campus für den Rest des akademische Jahres aus.
Sat, 07 Nov 2026 08:56:57 GMT
