Weil Insassen eines Straßburger Gefängnisses sich nachts illegal per Drohne mit Drogen beliefern lassen, können Rettungshubschrauber ein nahegelegenes Krankenhaus nicht mehr anfliegen. “Eine Verzögerung von 30 bis 40 Minuten kann für Patienten lebensbedrohlich sein”, warnte Julien Pottecher, Leiter der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin an der Universitätsklinik Hautepierre, am Mittwoch in Straßburg.
Bereits seit drei Wochen landen die Notfallhubschrauber demnach bei Dunkelheit nicht mehr am Krankenhaus Hautepierre, weil die Piloten Zusammenstöße mit Drohnen fürchten. Die Hubschrauber landen stattdessen an einem anderen Krankenhaus, so dass Patienten teilweise erst mit Verzögerung auf der Intensivstation der Uni-Klinik eintreffen. Seit April wurden über dem Hubschrauberlandeplatz bereits 19 Drohnen gesichtet, wie der Sicherheitsbeauftragte Jérôme Coulon erklärte.
In Straßburg lassen sich Häftlinge häufig verbotene Gegenstände per Drohne in die Justizvollzugsanstalt bringen, darunter Drogen oder Mobiltelefone. Erst am Dienstag waren zwei Angeklagte verurteilt worden, die sich an einer solchen Lieferung beteiligt hatten. Jedes Jahr werden etwa 330 Patienten per Hubschrauber in das Krankenhaus Hautepierre gebracht, unter anderem auch aus Deutschland. Etwa 40 werden nachts gebracht. Justizminister Gérald Darmanin hatte im vergangenen Jahr angekündigt, Drohnenlieferungen in Gefängnisse mit technischen Mitteln zu verhindern, die Drohnen erkennen und außer Gefecht setzen sollen.
Im Februar waren 62 Gefängnisse damit ausgestattet, bis Jahresende sollen 16 weitere folgen.
Wed, 19 Aug 2026 13:04:49 GMT
