Informierte Kreise: Trump rief wegen roter Karte für US-Stürmer bei Fifa-Chef Infantino an

Nach der roten Karte für den US-Stürmer Folarin Balogun hat sich informierten Kreisen zufolge US-Präsident Donald Trump persönlich beim Präsidenten des Weltfußballverbands Fifa, Gianni Infantino, für eine Aufhebung der Sperre eingesetzt. Die Fifa hob die Sperre am Sonntag auf. Balogun, mit bislang drei Turniertreffern bester Torschütze seines Teams bei der WM, steht der US-Mannschaft somit im Achtelfinale gegen Belgien in der Nacht zum Dienstag (MESZ) zur Verfügung. Trump habe Infantino nach dem Platzverweis am Mittwoch angerufen, und ihn gebeten, die Entscheidung zu überprüfen, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Sonntag aus zwei mit dem Fall vertrauten Quellen.

Zuvor hatte US-Außenminister Marco Rubio öffentlich eine Aufhebung der Sperre gefordert.”Danke an die Fifa dafür, das Richtige zu tun und eine große Ungerechtigkeit rückgängig zu machen”, schrieb Trump am Sonntag nach der Kehrtwende des Weltverbands auf seiner Plattform Truth Social.  Der belgische Fußballverband äußerte sich “erstaunt”. Die Entscheidung stehe “in direktem Widerspruch” zu den Fifa-Regularien.

Der belgische Verband kündigte an, “alle möglichen Optionen” zu prüfen. “Ich wusste nicht, dass bei der Fifa-Weltmeisterschaft der 5. Juli nun der 1. April ist und dass es der Tag der Aprilscherze ist”, sagte Belgiens Trainer Rudi Garcia auf einer Pressekonferenz. Belgiens Torhüter Thibaut Courtois sagte, es sei “eine kleine Überraschung” gewesen, dass Balogun erst einen Tag vor dem Spiel die Spielerlaubnis erhalten habe. “Wäre das früher passiert, hätten wir uns vielleicht mental besser darauf vorbereiten können.”Das US-Team nahm die Nachricht positiv auf. “Das gibt uns natürlich einen Schub”, sagte Stürmer Christian Pulisic laut einem Bericht von “The Athletic”. “Es ist eine faire Entscheidung, denn es hätte niemals eine rote Karte geben dürfen”, betonte seinerseits Trainer Mauricio Pochettino.

Die Strafe sei für ein unbeabsichtigtes Foul “zu hart”, sagte er. Balogun war am Mittwoch im Spiel gegen Bosnien-Herzegowina nach einem Tritt auf den Knöchel seines Gegenspielers des Feldes verwiesen worden. Der Stürmer selbst sagte am Freitag, die Rotsperre müsse er akzeptieren. Die Fifa verwies nun auf Artikel 27 ihres Disziplinarkatalogs, der besagt, dass eine Strafe für ein Jahr zur Bewährung ausgesetzt werden kann.

Von dieser Regelung hatte auch Portugals Superstar Cristiano Ronaldo profitiert, nachdem er im November bei einem WM-Qualifikationsspiel gegen Irland vom Platz gestellt worden war. Ronaldo wurde von der Fifa zunächst für drei Spiele gesperrt. Er verpasste aber nur das Qualifikations-Duell gegen Armenien. Die Sperre wurde danach für ein Jahr zur Bewährung ausgesetzt.

Sun, 05 Jul 2026 23:06:09 GMT

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