Japanische Stadt schafft hunderte Anti-Bären-Sprays für Schulen an
Wegen der zunehmenden Gefahr durch umherstreunende Bären will die Stadtverwaltung eines Vororts von Tokio 700 Anti-Bären-Sprays für Schulen und andere Einrichtungen kaufen. Die Stadt Hachioji werde 15 Millionen Yen (81.400 Euro) für Abwehr-Sprays, mobile Schutzzäune und Geräte ausgeben, die zur Abschreckung von Bären einen schrillen Ton erzeugen, sagte Verwaltungssprecher Ryosuke Sato am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Außerdem soll ein Aktionsplan entworfen werden, um bei Bärensichtungen Jäger zu aktivierten und andere Maßnahmen zu ergreifen. “In enger Zusammenarbeit mit der Polizei und Jägern entwerfen wir ein Handbuch, wie mit Bären umzugehen ist, wenn sie in unsere Straßen kommen”, führte Sato aus.
Das rund 40 Kilometer westlich von Tokio gelegene Hachioji ist wegen der Wanderwege in den nahegelegenen Bergen ein beliebtes Ausflugsziel für die Bewohner der Hauptstadtregion. Seit April wurden in dem Ort elf Bären-Sichtungen gemeldet, wie der japanische Sender NHK berichtete. Am 29. April etwa zeichnete eine Überwachungskamera einen Bären auf, der um ein Wohnhaus streunte. In letzter Zeit kommen in Japan Bären immer öfter in besiedeltes Gebiet, in der Folge haben die tödlichen Bären-Angriffe zugenommen.
Nach Angaben des Umweltministeriums starben im vergangenen Steuerjahr 13 Menschen bei solchen Vorfällen. Zwischen dem 1. April und 30. Mai gab es fünf weitere Todesfälle sowie 20 Verletzte. Anfang Juni waren in Utsunomiya nördlich von Tokio alle Schulen vorübergehend geschlossen worden, nachdem ein Bär durch die Stadt gestreift war und Dutzenden Polizisten und Jägern entkam. Nach vier Tagen wurde er schließlich gefangen.
Wed, 24 Jun 2026 10:40:14 GMT
