Jemens Regierung beschießt Flughafen in Sanaa – Huthis feuern Rakete auf Saudi-Arabien

Schwerste Eskalation im Bürgerkrieg im Jemen seit Jahren: Nach einem Angriff der von Saudi-Arabien unterstützten Regierung des Jemen auf den Flughafen der von der verfeindeten Huthi-Miliz kontrollierten Hauptstadt Sanaa haben die pro-iranischen Huthis Saudi-Arabien mit Raketen attackiert. Die Luftabwehr habe die “von der terroristischen Huthi-Miliz abgefeuerten” ballistischen Raketen auf den Süden des Landes abgefangen, teilte ein Sprecher des von Saudi-Arabien angeführten Militärbündnisses am Montag im Onlinedienst X mit.

Die iranische Regierung verurteilte den Angriff auf den Flughafen von Sanaa. Zuvor hatte die international anerkannte Regierung des Jemen bekannt gegeben, die Landebahn des Flughafens von Sanaa beschossen zu haben, um ein iranisches Flugzeug an der Landung zu hindern. Sie habe zuvor vergeblich versucht, eine Delegation der Huthi-Miliz zur Nutzung einer jemenitischen Maschine zu bewegen, erklärte die jemenitische Regierung.

Die Huthi-Delegation befand sich auf der Rückreise von den Trauerfeierlichkeiten für den obersten Führer des Iran, Ayatollah Ali Chamenei. Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz habe darauf bestanden, es “einem iranischen Flugzeug zu erlauben, den jemenitischen Luftraum zu verletzen”, erklärte die jemenitische Regierung. Ein Flugzeug der nationalen jemenitischen Fluggesellschaft sei hingegen daran gehindert worden, in Sanaa zu landen.

Die jemenitische Regierung ordnete später die Schließung aller Flughäfen unter ihrer Verantwortung an. Nach Angaben des Huthi-Senders al-Masirah landete das iranische Flugzeug ungeachtet des Beschusses in Sanaa. An Bord hätten sich neben der Huthi-Delegation Menschen befunden, die medizinische Behandlung benötigten – sowie gestrandete Bürger. Nach dem Angriff warf ein Sprecher der Huthi-Miliz, die sich als Teil der gegen die USA und Israel gerichteten iranischen “Achse des Widerstands” versteht, Saudi-Arabien vor, “die Phase der Deeskalation zu beenden”.

Die Huthis würden “die Aggression nicht unbeantwortet oder ungestraft” lassen. Teheran verurteilte den Beschuss des Flughafens. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Bakaei, bezeichnete den Angriff als “eine klare Verletzung des Völkerrechts und der Charta der Vereinten Nationen sowie als Affront gegen die nationale Souveränität und die territoriale Integrität des Jemen”, wie die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna berichtete.

Der Chef der international anerkannten jemenitischen Regierung, Raschad al-Alimi, erklärte unterdessen, er wolle den Konflikt begrenzt halten. Er habe “angeordnet, das Ausmaß der Konfrontation nicht auszuweiten”, erklärte al-Alimi. Eine Ausweitung würde “das Ziel des Iran erfüllen, den Jemen und sein Volk in Kriege zu verwickeln”, fügte er an. Der UN-Sondergesandte für den Jemen, Hans Grundberg, rief die Konfliktparteien zur “Deeskalation” auf.

Grundberg schrieb im Onlinedienst X, er sei bereits im Kontakt mit Militärvertretern aller Seiten und rufe sie dazu auf, “von jeglichen Handlungen abzusehen, die zu einem “erneuten Kreislauf der Gewalt” im Jemen führen könnten. Die Spannungen im Jemen hatten in den vergangenen Tagen zugenommen. Die Huthis hatten dem mit der Regierung verbündeten Saudi-Arabien zuvor vorgeworfen, das iranische Flugzeug angegriffen zu haben, das die Huthi-Delegation in den Iran gebracht hatte.

Die Rebellen drohten damit, saudiarabische Flughäfen und Versorgungseinrichtungen anzugreifen, sollten sie abermals angegriffen oder ihr Luftraum noch einmal verletzt werden. Der Bürgerkrieg im Jemen begann im Jahr 2014, er gilt als Stellvertreterkrieg zwischen dem Iran und Saudi-Arabien. Damals nahmen die Huthis die Hauptstadt Sanaa ein. 2015 begann dann das von Saudi-Arabien angeführte Militärbündnis, zugunsten der Regierungstruppen einzugreifen.

Weitläufige Gebiete im Norden des Jemen werden von der islamistischen Huthi-Miliz kontrolliert, den Süden des Jemen kontrolliert ein fragmentiertes Regierungsbündnis. Die Kämpfe im Jemen wurden im April 2022 durch eine von der UNO vermittelte Waffenruhe weitgehend beendet. 

Mon, 13 Jul 2026 18:33:10 GMT

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