König Charles III. hat den Sklavenhandel zum Abschluss seiner Karibikreise als “ungeheuerliches Unrecht” bezeichnet. “Dieses beschämende Kapitel der Geschichte erfüllt mein Herz mit Entsetzen und meine Seele mit der tiefsten persönlichen Trauer”, sagte der Monarch am Dienstag bei der Eröffnung des Commonwealth-Gipfels im Karibikstaat Antigua und Barbuda. Premierminister Andy Burnham, der ebenfalls an dem Treffen teilnimmt, hatte sich zuvor auch für eine formelle Entschuldigung des Vereinigten Königreichs “offen” gezeigt.
Großbritannien hatte jahrhundertelang vom transatlantischen Sklavenhandel profitiert. Das britische Königshaus sieht sich daher zunehmend mit Rufen nach einer Entschuldigung für während der Kolonialzeit begangenes Unrecht konfrontiert. Unter anderem kommen diese aus den früheren britischen Kolonien in der Karibik, die heute dem Commonwealth angehören. Die heutigen Royals haben zwar schon mehrfach ihr Bedauern ausgedrückt, eine formelle Entschuldigung des Königs ist aber auch beim Commonwealth-Gipfel nicht zu erwarten.
Ein Palast-Sprecher sagte mit Blick auf die politische Neutralität des Monarchen, es sei für den König “nicht angemessen”, sich zu politischen Fragen zu äußern. Burnham hatte am Samstag in einem Gastbeitrag im “Guardian” geschrieben, er strebe einen Dialog mit den Nachkommen der Versklavten an und sei auch “offen” für eine formelle Entschuldigung im Namen des britischen Staates.
Dies könne ein “wichtiger Bestandteil” des Dialogs sein. Finanzielle Entschädigungen schloss er aber aus. “Ich glaube nicht, dass das die richtige Antwort ist”, schrieb Burnham. Schließlich könne die heutige britische Bevölkerung “nicht für historische Verfehlungen haftbar gemacht werden”. Er stellte stattdessen eine Umschuldung für die ärmsten Commonwealth-Länder sowie Infrastruktur-Hilfen in Höhe von 40 Millionen Pfund (fast 48 Millionen Euro) über drei Jahre für Karibikstaaten an.
Am Montag sprach Burnham bereits mit der Premierministerin von Barbados, Mia Mottley, über den angestrebten Dialog. Bei dem Gipfeltreffen mit den anderen Regierungschefinnen und Regierungschefs der Commonwealth-Länder sind weitere bilaterale Treffen geplant. Die Forderungen nach Entschädigung für den Sklavenhandel hatten die neuntägige Karibikreise von König Charles III. bestimmt. Bei seinem Besuch auf den Bahamas empfing ihn eine protestierende Menge mit Plakaten wie “Zahlt, was ihr uns schuldet”.
In einer Rede vor Jugendlichen sprach der König anschließend vom “großen Leid der Vergangenheit”.
Tue, 03 Nov 2026 15:20:24 GMT
