Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat nach einem Gespräch mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) neue Verhandlungen über das deutsch-französische Luftkampfsystem FCAS angekündigt. Die Verteidigungsministerien in Berlin und Paris seien für die kommenden Wochen damit beauftragt worden, sagt Macron am Freitag am Rande eines EU-Gipfeltreffens in Zypern. Vergangene Woche war eine Mediation im bereits seit Monaten andauernden Streit um das Projekt vorerst gescheitert.
Die Verteidigungsministerien sollten an unterschiedlichen Themen arbeiten,”nicht nur am Kampfjet der Zukunft, sondern an verschiedenen Hebeln der Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Ländern”, sagte Macron. Seine Unterredung mit Merz am Freitagmorgen nannte er ein “gutes Gespräch”. Der Kanzler äußerte sich zunächst nicht selbst. Eine Regierungssprecherin teilte mit, das Luftkampfsystem sei bei dem morgendlichen Treffen “im Detail diskutiert” worden.
Sie bestätigte, die beiden Verteidigungsminister sollten “an verschiedenen Strängen der Kooperation” arbeiten. “Diese Arbeit wird in den nächsten Wochen abgeschlossen werden”, fügte sie hinzu. Zu dem gemeinsamen Luftkampfsystem FCAS sollten bisherigen Planungen zufolge neben einem gemeinsamen Kampfjet auch Drohnen und neue Kommunikationssysteme gehören. Es sollte ab den 2040er Jahren einsatzfähig sein.
Ein Führungsstreit zwischen den beteiligten Konzernen Dassault und Airbus verzögert das Projekt seit Monaten. Nach dem gescheiterten Mediationsversuch forderten die Vermittler nach Angaben aus Paris mehr Zeit. Sie sollen am Dienstag ihre Ergebnisse vorstellen, zehn Tage später als ursprünglich geplant. Merz hatte das Projekt im Februar erstmals offen in Frage gestellt. Er verwies auf die unterschiedlichen Anforderungen an einen Kampfjet der neuen Generation.
Zuletzt mehrten sich in Deutschland und Frankreich die Stimmen, die die Entwicklung zweier verschiedener Kampfjets fordern und die Zusammenarbeit auf Drohnen und weitere Komponenten beschränken wollen.
Fri, 24 Apr 2026 08:42:31 GMT
