Papst Leo XIV. besucht San Marino und spricht bei politischem Treffen in Rimini

Papst Leo XIV. hat den Kleinstaat San Marino und ein wichtiges katholisches Forum im norditalienischen Rimini besucht. In San Marino wurde das Oberhaupt der katholischen Kirche auf der Piazza della Libertà von den beiden Capitani Reggenti empfangen, den Staatsoberhäuptern der winzigen Republik. In Rimini wandte sich Leo XIV. gegen “die ungerechten Machtverhältnisse, die die Wurzel von Armut und Ungleichheit, von Krieg und Umweltkatastrophen” seien.

Das Kirchenoberhaupt rief die Teilnehmer des sogenannten Meetings für die Freundschaft unter den Völkern in Rimini auf, diese Strukturen anzuprangern und “mutige Vorreiter” im Kampf gegen Ungleichheit und Armut zu sein. Zudem forderte der Papst, den technologischen Fortschritt in den Dienst der Menschheit zu stellen: “Entwaffnen wir den technologischen Fortschritt, wenn er überhandnimmt und zerstörerisch wird.”Das Rimini Meeting ist ein in Italien vielbeachtetes katholisches Kultur- und Politiktreffen.

Leo XIV. ist erst der zweite Pontifex, der das seit 1980 veranstaltete Treffen besucht. Johannes Paul II. war 1982 zu Gast. Die Veranstaltung ging aus der katholischen Bewegung Comunione e Liberazione (CL) hervor. Die vom italienischen Priester Luigi Giussani gegründete Bewegung entwickelte seit den 1970er Jahren beträchtlichen Einfluss auf Politik und Gesellschaft in Italien und war lange eng mit den in der Nachkriegszeit ununterbrochen regierenden Christdemokraten verbunden. Heute gilt das Rimini Meeting als wichtige politische Sommerbühne mit hunderttausenden Besuchern, bei der sich Vertreter unterschiedlicher Parteien mit Kirchenvertretern, Unternehmern und Intellektuellen treffen.

Zur diesjährigen Ausgabe vom 21. bis 26. August werden neben dem Papst unter anderem die beiden italienischen Vize-Regierungschefs Antonio Tajani und Matteo Salvini, EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola sowie der lateinische Patriarch von Jerusalem, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, erwartet. Vor seiner Rede in Rimini hatte der Papst in San Marino mit Behördenvertretern gesprochen und eine Gebetsandacht in der Basilika von San Marino gehalten.

Seinen Besuch in Rimini nutzte er auch für den Besuch einer Ausstellung über den Kirchenlehrer Augustinus. Der aus den USA stammende Papst gehört selbst dem Augustinerorden an. Auch für Begegnungen mit Kranken, Menschen mit Behinderung und Bedürftigen nahm sich Leo Zeit. Zum Abschluss seines Besuchs in Rimini stand am Abend eine Messe am Hafen des Adria-Ortes auf dem Programm. Der Besuch in San Marino und Rimini ist Teil einer Reihe kurzer Reisen Leos XIV. innerhalb Italiens und in dessen Nachbarschaft.

In den vergangenen Wochen hatte der Papst unter anderem die südlich von Sizilien gelegene Mittelmeerinsel Lampedusa, ein Jugendtreffen im mittelitalienischen Assisi und die norditalienische Stadt Pavia besucht.

Sat, 22 Aug 2026 16:54:05 GMT

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